GROßENKNETEN - „Für mich ist das Gütesiegel ein Etappensieg, aber noch längst nicht das Ziel“, sagte Dr. Thomas große Beilage, Landwirt und Tierarzt aus Essen (Landkreis Cloppenburg). Nach 18-monatiger Arbeit erhielt er am Montag gemeinsam mit vier weiteren Betrieben aus der Region die Regis­trierungsurkunde mit dem so genannten „EMAS-Siegel“ für Umweltmanagement. Bei der Feierstunde auf dem Biohof Bakenhus des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) würdigte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen (CDU) das Engagement der Betriebe in Sachen Umwelt- und Wasserschutz.

„Die Öffentlichkeit blickt mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Umweltleistungen der Landwirte und ihrer Wirtschaftspartner“, lobte OOWV-Verbandsvorsteher Frank Eger die freiwillige Einführung des „weltweit anspruchsvollsten“ Umweltmanagementsystems in den fünf Betrieben. Das Gütesiegel zeige der kritischen Öffentlichkeit, „dass hier gut sortierte, rechtssichere und umweltbewusste Landwirte und Betriebsleiter wirtschaften“. Mit Blick auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie wies Eger darauf hin, dass mit dem massiven Ausbau von Biogasanlagen das ab 2015 geforderte Absenken der Nitratwerte im Grundwasser nahezu unmöglich werde.

Gemeinsam mit Grotelüschen und Eger überreichten Projektmanagerin Bettina Heimer, Dr. Dietrich Schulz vom Umweltbundesamt Dessau, Dr. Johannes große Beilage (OOWV) und der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Ahrens die Urkunden. Neben große Beilage nahmen Gustav Wolters für die Landwirtschaft auf dem Biohof Bakenhus, Hen­drik Lüers für die Mühle A. Schmidt in Hude-Lintel, Rainer Breuer für die Bakenhus Biofleisch GmbH und Sabine Moeller-Schritt und Joachim Schritt für die Kornkraft Naturkost GmbH in Huntlosen die Auszeichnungen entgegen. Große Beilage und Bakenhus sind den Angaben zufolge die ersten landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen, die sich mit „EMAS“ zertifizieren lassen.

Schritt, dessen Betrieb Kornkraft im kommenden Jahr 30 Jahre alt wird, wies auf die Management-Vorteile von EMAS für sein Unternehmen hin. „Wir hatten die Chance, aus verschiedenen Systemen eines zu machen“, erklärte er. Der Aspekt „Bio von hier“ gehöre zum Markenkern. Große Beilage vom OOWV wagte einen Blick in die Zukunft und meinte, „ab 2013 könnten Umweltmanagementssysteme zum verpflichtenden Bestandteil in der EU-Agrarförderung werden“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent