GROßENMEER - Viel Hoffnung auf den Fortbestand eines Einkaufsmarktes in Großenmeer hat Bürgermeister Thomas Brückmann den Einwohnern auf der Versammlung in Scheeljes Gasthof am Donnerstagabend nicht gemacht. „Unser Ziel ist, den Markt zu halten. Aber das wird ganz schwierig“, sagte Brückmann.
Der derzeitige Markt, der zum Jahresende geschlossen werden soll (dieNWZ
berichtete), habe sich „gerade so“ halten können – nicht zuletzt, weil es mit dem Markt in Oldenbrok eine Kooperation gegeben hätte, erklärte Brückmann. Doch bei der Übernahme durch einen neuen Pächter würde der Markt hinsichtlich seiner Größe und der Kundenparkplätze nicht die Anforderungen der Edeka erfüllen.Ein „Gegenpol“ zu Zentren
Eine Möglichkeit wäre, einen Neubau an anderer Stelle zu schaffen. Dieser müsste aber mindestens 800 Quadratmeter Verkaufsfläche aufweisen und rund 100 Kundenparkplätze, um einen „Gegenpol“ zu den großen Einkaufszentren bilden zu können. Das würden potenzielle Investoren fordern, sagte der Bürgermeister.
Brückmann betonte, dass die Gemeinde bei der Suche nach Investoren helfen und alle rechtlichen Voraussetzungen schaffen werde, um die Einkaufsmöglichkeit in Großenmeer zu erhalten. „Aber machen muss es ein anderer“, sagte Brückmann. Und ob ein Markt dauerhaft im Ortsteil überleben kann, sei nicht zuletzt Sache der (einkaufenden) Einwohner, ergänzte er.
Demografischer Wandel
Ein weiteres Problem komme mit Blick auf den demografischen Wandel auf den Ortsteil zu, sagte der Verwaltungschef. Nach einer Prognose werde es im Landkreis Wesermarsch im Jahr 2020 von aktuell 55 Allgemeinmedizinern nur noch 24 geben. Ähnliche Entwicklungen erwarte er bei Fachärzten, Apotheken oder Sozialstationen. Solchen Entwicklungen könne die Gemeinde nur durch attraktive Ortsteile entgegenwirken, erklärte der Bürgermeister. Deshalb habe er für Großenmeer prüfen lassen, ob der Ortsteil noch einmal in ein Dorferneuerungsprogramm aufgenommen werden kann. „Die Chancen dafür sind gut“, sagte Brückmann.
Das reiche aber nicht aus, um den Ortsteil attraktiv zu machen. Von ihm ein positives Bild zu vermitteln sei ebenso wichtig wie Neubürger aktiv in die Dorfgemeinschaft zu integrieren, unterstrich Thomas Brückmann.
Kita vorgestellt
Zuvor hatte die Leiterin des Familienservicebüros, Ulrike Mayer, die neue Kindertagesstätte vorgestellt, die zum 1. Januar in Betrieb gehen soll. Aus Elternkreisen wurde dabei kritisiert, dass es noch immer keine Klarheit über die personelle Besetzung gebe – und dass bisher nicht bekannt sei, wie die durch den Neubau verringerten Freiflächen rund um Schule und Kindertagesstätte künftig gestaltet werden. Die Verwaltung sagte zu, die entsprechenden Informationen bald nachzuliefern.
