GROßENMEER - Die vielen Stammkunden des Großenmeerer Edeka-Marktes sind verzweifelt, haben aber doch noch ein Fünkchen Hoffnung: „Es wäre schön, wenn sich das Blatt doch noch wendet“, sagt Marga Hellwig (56).
Aber aus Sicht des Betreiber-Ehepaars Ursel (56) und Peter Czwalinna (60) geht an der Schließung mit Ablauf des Jahres kein Weg mehr vorbei. Peter Czwalinna nennt wirtschaftliche Gründe für die Schließung, will aber nicht näher darauf eingehen. „Die Kunden haben das nicht zu verantworten“, ergänzt seine Frau Ursel im Gespräch mit derNWZ
. „Die Großenmeerer Bevölkerung hat es uns immer sehr leicht gemacht; wir sind sehr gern hier.“ Deshalb bietet Ursel Czwalinna an, mit den Kunden in Einzelgesprächen die Hintergründe zu besprechen.Miete offenbar erhöht
Dem Vernehmen nach, ist eine vom Vermieter angekündigte Pachterhöhung der Grund für die Schließung. „Das weiß hier jeder“, sagt eine Kundin, die nicht genannt werden will. Ude Meiners (68), der am Donnerstag Leergut zum Edeka-Markt brachte, bedauert das sehr: „Die ganze örtliche Struktur wird zerstört.“ Weil Meiners in Rüdershausen wohnt, kauft er auch häufig im Oldenbroker Edeka-Markt ein, den ebenfalls das Ehepaar Czwalinna betreibt.
Schlecht für Familien
Der solle bestehen bleiben, bekräftigen die Kaufleute. Wegen der Schließung in Großenmeer werde es aber zu Entlassungen von Mitarbeiterinnen kommen.
Alte Menschen und junge Familien seien die Leidtragenden, wenn sie keine Einkaufsmöglichkeit mehr vor Ort haben. Das sagt Stefan Schramm (43), der an der Oberströmischen Seite wohnt: „Für die ist es ein großes Problem, wenn das Herzstück der Versorgung in Großenmeer weggemacht wird.“ Kundin Evelyn Raabe (36) war im April aus dem Ruhrgebiet nach Großenmeer gezogen. Auch sie ist enttäuscht: „Man hat uns gesagt, Großenmeer sei ein aufstrebendes Dörfchen.“
„Wir sind sprachlos und hilflos“, sagt Inge Menke (63), die die Qualität und die günstigen Preise der Waren im Edeka-Supermarkt lobt. Das Ehepaar Czwalinna hatte den Markt in Großenmeer vor 13 Jahren eröffnet.
