GROßENMEER - „Kann ich mal den Chef sprechen?“, diese Frage hörte Andrea van Eijden oft, als sie gemeinsam mit ihrem Mann Godfried das Lohnunternehmen in Großenmeer aufbaute. Heute stört sie das nicht mehr so sehr: „In Seminaren des Lohnuntenehmerverbands haben mir andere Frauen gesagt, dass diese Frage ganz normal sei.“ Außerdem wissen jetzt die meisten Kunden, dass es bei der Firma van Eijden zwei Chefs gibt: sie und ihren Mann.
Mehr noch: Andrea van Eijden, gelernte Einzelhandelskauffrau, ist neue Präsidentin des Landesverbandes Niedersachsen im Bundesverband der Lohnunternehmer. Sie löste Peter Zeyn ab. Erste Gratulanten waren Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans Heinrich Ehlen (CDU) und Landvolkpräsident Werner Hilse. Der Landesgruppe gehören 490 Lohnunternehmen mit rund 6000 Mitarbeitern an.
Aus- und Fortbildung ist aus Sicht der Präsidentin besonders wichtig. Sie freut sich darüber, dass es inzwischen das Berufsbild „Fachkraft Agrarservice“ gibt. Sie organisiert bundesweit Seminare für ihren Verband. Dabei geht es sowohl um fachliche Fortbildung als auch um allgemeine Qualifikation beispielsweise in den Themen Buchführung und Kundengespräche.
Der Kontakt zu Politikern ist ihr wichtig. „Für Lohnunternehmen ist Bauen im Außenbereich ein Riesenthema.“ Andrea van Eijden meint, dass Dienstleister der Landwirtschaft kurze Wege zu ihren Kunden brauchen; sie gehören nicht in Gewerbegebiete.
Andrea van Eijden, geborene Gloystein, stammt aus Moorriem und fühlt sich als Bauerstochter der Landwirtschaft verbunden. „Eigentlich wollte ich immer einen Bauern heiraten, nun habe ich einen Lohnunternehmer“, lacht sie. Doch die Abhängigkeiten von Bauern und Lohnunternehmern sind stark: „Auch wir bekommen die Folgen des niedrigen Milchpreises zu spüren.“
Godfried van Eijden (46) erklärt, dass das Lohnunternehmen unter anderem Gewässer aufreinigt. Gerade das sei aber eine Arbeit, die in Krisenzeiten aus Kostengründen gern hinaus gezögert werde.
