GROßENSIEL - Auch an den Wirtschaftswegen nordwestlich von Esenshamm regt sich Widerstand gegen die geplante Biogas-Anlage in Großensiel. Ein Anwohner teilte mit, dass Eigentümer im Rathaus eine Unterschriftenliste abgegeben hätten. Darin forderten sie, dass die Betreiber der Biogas-Anlage für die von ihnen verursachten Straßenschäden aufkommen.

Denn auf den Wegen seien nur Fahrzeuge bis acht Tonnen zugelassen, der Landwirt Andreas Speckels-Suhren sei aber mit Gülle-Gespannen bis zu 30 Tonnen Gewicht unterwegs. Die Reparaturkosten würden nach der Straßenausbaubeitragssatzung zu 60 Prozent auf die Grundeigentümer umgelegt. Zu denen gehöre Speckels-Suhren aber nicht, weil er Pächter sei. Mit der Biogas-Anlage würden die Transporte noch deutlich zunehmen, sagte der Anwohner. Bürgermeister Hans Francksen entgegnete, auch ein Pächter habe das Recht, die Straßen zu nutzen.

Ein weiterer Gast der Versammlung kam aus Osnabrück: Es war der Rechtsanwalt Henning J. Bahr, der für einige Anwohner tätig ist. Er fragte nach dem Stand des Verfahrens. Peter Tamm, der Leiter des Bauordnungsamtes der Stadt, sagte, es werde noch etwa zwei Monate dauern. Wegen der geringen Größe der Anlage werde nach Bauordnungsrecht geprüft und nicht nach der Bundesimmissionsschutz-Verordnung (Bimsch). Er betonte auch, dass der Landwirt als privilegierter Betreiber einen Anspruch auf eine Genehmigung habe, wenn baurechtlich nichts dagegen spreche.

Am Ende der Diskussion sagte der Anwalt: „Der Kompromiss scheint sich mir aufzudrängen: Wir brauchen für die Biogas-Anlage einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für einen anderen Standort.“ Hans Francksen nahm den Auftrag mit, eine Verlegung der Anlage um 50 Meter nach Süden zu prüfen.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland