Frage:
Frau Hubmann, sind viele Ihrer Patienten zurzeit frühjahrsmüde?Hubmann:
Ja, so mancher fühlt sich jetzt schlapp und müde. Das ist jedoch zunächst kein Grund zur Besorgnis, sondern Teil unseres Biorhythmus. In unserem Körper herrscht Hormonchaos – das strengt an. Melatonin, das sich durch die Dunkelheit des Winters gebildet hat, ist noch im Körper, gleichzeitig werden im Frühlingslicht schon Glückshormone aufgebaut.Frage:
Also ist Frühjahrsmüdigkeit eine vorübergehende und gefahrlose Erscheinung?Hubmann:
Im Grunde schon. Der Mensch braucht ein, zwei Wochen zur Umstellung. Sollte das Schlappheitsgefühl darüber hinaus anhalten, sollte man doch Hilfe suchen – eventuell leidet man unter einer Mangelerscheinung. Auch Menschen mit Blutdruckproblemen sollten sich schonen, schließlich muss sich auch der Blutdruck auf die wärmeren Temperaturen einstellen. In einer Studie der Universität Cambridge wurde jüngst festgestellt, dass es im Frühjahr die meisten Herzinfarkte gibt.Frage:
Kann man der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen?Hubmann:
Am wirkungsvollsten ist es, schon im Winter vorzubeugen: Trotz Kälte und Dunkelheit sollte man rausgehen an die frische Luft und kalorienarmes Essen verzehren. Im Frühjahr rate ich meinen Patienten zu einer entgiftenden Stoffwechselkur. Mit Schüßler-Salzen können die Zellen wieder geöffnet werden für vitaminreiche Nahrung und Sauerstoff. Bewegung an der frischen Luft ist sehr wichtig, damit sich wieder Vitamin D bildet. Außerdem sollte man sich möglichst basisch ernähren, Säuren hat der Körper im Winter genügend gebildet – also viel Gemüse und Getreide. Auf Fleisch kann der Körper nach der Kohlsaison auch verzichten. Ich sage meinen Patienten immer: Brainfood statt Fastfood.Frage:
Warum überhaupt diese Leiden – ein Fehler der Evolution?Hubmann:
Vielmehr eine Zivilisationserscheinung. Unser Körper ist auf das heutige Überangebot an Essen selbst im Winter und die Wärme unserer modernen Wohnräume nicht eingestellt. Das bringt uns jetzt aus dem Gleichgewicht.Viele Menschen fühlen sich im Frühjahr müde. Die Ganderkeseer Heilpraktikerin Petra Hubmann-Lübbe weiß, warum.
