Rastede/Ipwegermoor - Frühestens Ende 2015 könnten in der Gemeinde Rastede neue Windenergieanlagen errichtet werden. Vorausgesetzt, dass die Politik sich für einen weiteren Windpark in der Gemeinde ausspricht. Wie berichtet, befindet sich laut Windkraft-Potenzialstudie ein geeignetes Gebiet in Ipwegermoor.
Falls sich die Politik im Sommer dieses Jahres für die Ausweisung weiterer Flächen zur Aufstellung von Windkraftanlagen ausspricht, muss für das betroffene Gebiet zunächst ein so genanntes avifaunistisches Gutachten erstellt werden. Dabei werden alle in dem Gebiet vorkommenden Vogelarten erfasst.
„Die avifaunistischen Untersuchungen müssen eine komplette Vegetationsperiode umfassen“, sagte Erster Gemeinderat Günther Henkel am Montag in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt und Straßen. Somit könnten sie frühestens im Frühjahr 2015 abgeschlossen werden, so dass „frühestens Ende 2015 mit dem Abschluss der Bauleitplanverfahren für die Ausweisung weiterer Flächen für Windenergieanlagen zu rechnen ist“, teilte Henkel mit.
Sämtliche Potenzialflächen in der Gemeinde müssten bei den avifaunistischen Gutachten mit derselben Intensität betrachtet werden, erläuterte der Erste Gemeinderat. Nach der Studie des Landkreises kommen noch kleinere Flächen in Wapeldorf und im Rastedermoor in Frage.
„Splitterflächen“ im Norden
Johannes Ramsauer vom Planungsbüro NWP sprach hier aber von „Splitterflächen“, in denen eine Konzentration von Windkraftanlagen nicht möglich sei. Baudezernent Dr. Thomas Jürgens vom Landkreis sagte: „Wir wollen keine Verspargelung der Landschaft.“ Es solle keine Vielzahl von kleinen Windparks entstehen, sondern es sollen Anlagen in bestimmten Bereichen konzentriert werden.
Die jetzt vorgelegte Karte, die nach Angaben des Kreises noch Ungenauigkeiten enthalten kann, belegt, dass die Fläche im Ipwegermoor kreisweit das größte Gebiet ist, in dem im Ammerland noch Windenergieanlagen aufgestellt werden könnten. In keiner anderen Gemeinde konnte aufgrund der Abstands- und Ausschlusskriterien ein solch großes Gebiet ermittelt werden.
Bevölkerung mitnehmen
Susanne Lamers (CDU) wies in der Sitzung in Rastede darauf hin, dass man am Anfang eines aufwendigen Verfahrens stehe. Dies sagte sie mit Blick auf das vom Kreistag ausgegebene Ziel, 50 Prozent der Energie aus regenerativen Quellen zu beziehen. Wichtig sei es, in der Bevölkerung Akzeptanz für die Energiewende zu schaffen und die Bürger mitzunehmen.
Von einem hehren Ziel sprach Rüdiger Kramer (SPD) hinsichtlich der 50-Prozent-Vorgabe des Kreistages. Er machte darauf aufmerksam, dass es in der Bauausschusssitzung nur um Abstände ging, um zu ermitteln, wo Windkraftanlagen überhaupt möglich sind. Der Bau neuer Anlagen müsse so verträglich wie möglich für alle gestaltet werden.
„Als Gemeinde halten wir die Bauleitplanung in den Händen“, machte Gerd Langhorst (Grüne) auf einen entscheidenden Punkt aufmerksam. Ob in der Gemeinde ein weiterer Windpark gebaut wird, entscheidet letztlich der Gemeinderat. „Es muss nicht alles gemacht werden“, sagte er.
Langhorst verwies zudem auf die Beteiligungsmöglichkeiten, die Bürger hätten. „Wenn wir weitere Anlagen aufstellen lassen, dann sollten sich die Bürger finanziell beteiligen können.“
