Bremen - Interessiert durchstöbern Elisabeth Tebbe und Beke Hollerbach die an einer Stellwand angepinnten Stellenangebote auf der Messe „Zukunftsenergien Nordwest“ in Bremen. Die beiden 26-Jährigen, die gerade ihr Studium im Bereich Nachhaltiges Wirtschaften in Oldenburg abgeschlossen haben, können sich gut eine berufliche Zukunft im Bereich der erneuerbaren Energien vorstellen. „Wir wollen uns auf der Messe einen Überblick verschaffen, was es in diesem Bereich hier in der Region alles gibt“, sagt Tebbe.

Auch Jan Weidenfeller will sich auf der nach Veranstalterangaben größten Jobmesse für erneuerbare Energien einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen. Der 32-Jährige sucht nach einer neuen beruflichen Herausforderung im kaufmännischen Bereich. „Die erneuerbaren Energien sind eine Zukunftsbranche“, sagt er.

Rund 2000 Besucher kamen am Freitag, dem ersten Tag der „Zukunftsenergien Nordwest“, in die Halle 7 des Messe-Centrums Bremen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Projektleiterin Corinna Wermke vom Veranstalter Forwind, Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen. „Die Messe hat sich in der Region etabliert.“

Im vierten Veranstaltungsjahr präsentieren sich 79 Aussteller – 17 weniger als im Vorjahr in Oldenburg. „Die Branche befindet sich teilweise in einer schwierigen Situation“, sagt Wermke. Das schlage sich auch im Rückgang bei der Ausstellerzahl nieder.

Diejenigen Unternehmen, Hochschulen und Institutionen, die sich in Bremen präsentieren, zeigen sich indes zufrieden. „Die Resonanz ist sehr gut“, sagt Ina Christoffers aus dem Bereich Personalrekrutierung beim Auricher Windenergieanlagenbauer Enercon. Man habe schon einige gute Gespräche mit potenziellen neuen Mitarbeitern geführt. Auffällig sei, dass viele der jungen Leute gut vorbereitet seien.

Das kann auch Carolin Könning von der Zentralen Studienberatung der Uni Oldenburg bestätigen. „Das Interesse an unseren Studienangeboten im Bereich Erneuerbare Energien ist groß“, sagt sie. Viele der jungen Leute hätten sich schon einen ersten Überblick verschafft und erkundigten sich nun nach Voraussetzungen, möglichen Studienabschlüssen und Bewerbungsmöglichkeiten.

„Wir sehen die Messe zum einen als Möglichkeit uns als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und zum anderen, um mit potenziellen Bewerbern ins Gespräch zu kommen“, sagt Maren Peterek, Personalreferentin bei EWE. Der Oldenburger Versorger sucht in vielen Bereichen nach geeigneten Personal – vom Juristen und Wirtschaftsinformatiker, über den Ingenieur bis zum Techniker.

An diesem Sonnabend geht die „Zukunftsenergien Nordwest“ weiter. Zwischen 10 und 16 Uhr können Besucher an den Messeständen mit den Personalverantwortlichen der Unternehmen ins Gespräch kommen. Mehr als 400 Stellenangebote stehen zur Verfügung. Abgerundet wird die Messe mit Workshops, Fachvorträgen und Exkursionen. Erstmals werden auch ein Bewerbungsmappen-Check und das Erstellen professioneller Bewerbungsfotos angeboten.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Wirtschaftsredaktion