Sage-Haast - Das Wohnzimmer von Herold und Renate Coldewey platzte am Donnerstagnachmittag aus allen Nähten. Der Grund dafür war die Verleihung des Niedersächsischen Staatsehrenpreises 2012 für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Tierzucht. Den Preis überreichte der Niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann nach einem Rundgang über das Gestüt Kastanienhof in Sage-Haast höchst persönlich. So habe die Zuchtarbeit der Coldeweys zahlreiche Elite-Stuten und Hengste hervorgebracht. Darüber hinaus lobte er die Zusammenarbeit aller Familienmitglieder: „Das ist ein echter Familienbetrieb.“

Dabei hatten Herold Coldewey und dessen Ehefrau Renate die Ponyzucht zu Beginn, im Jahr 1968, vielmehr als Nebenerwerb betrieben. Aus dem Hobby wurde die Hauptaufgabe für die gesamte Familie. „Lissy“ war die erste Shetlandpony-Stute, die Coldewey für die Kinder zum Reiten kaufte und die er schließlich für die Zucht eingesetzt hatte. Als erster Hengst bezog „Brillant“ aus Großbritannien 1981 seine Pferdebox auf dem Gestüt.

Seit 2001 bilden Timo Coldewey und seine Ehefrau Julia, die gelernte Pferdewirtschaftsmeisterin ist, auf dem Gelände an der Garreler Straße Junghengste aus und fördern Ponys. Währenddessen kümmern sich Herold und Renate Coldewey in unmittelbarer Nähe, auf ihrem Betrieb am Goldammerweg, um die Zuchtstuten und Fohlen. 1985 hatte die Familie das Grundstück erworben und ausgebaut. Seit Anfang 2000 bietet eine Reithalle zudem Platz für die Zuchtarbeit. Modern gestaltet ist auch das Labor, in dem der Samen der Hengste konserviert wird. Nebenan steht eine Besamungsstation für Hengste. „Hier müssen die Hengste arbeiten“, betont Timo Coldewey mit einem Augenzwinkern.

„Mit dieser Familie im Hintergrund kann man vieles fertig kriegen“, sagte Timo Coldewey. Er freue sich sehr über die Auszeichnung. „So eine Auszeichnung hat man nicht alle Tage“, fand auch Herold Coldewey. Weitere Gratulanten waren der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsens, Arendt Meyer zu Wehdel, sowie der Landrat Frank Eger. „Wir sind alle mit ihnen stolz“, sagte der Präsident. Eine letzte Auszeichnung dieser Art habe es vor etwa fünf Jahren gegeben. „Die Auszeichnung zeigt, dass Landwirtschaft eine Zukunft hat“, so der Landrat.