Wüsting - Zum Abschluss der Agrar- und Freizeitmesse Landtage Nord wurde es noch einmal politisch.
Zu einer Podiumsdiskussion im Festzelt trafen sich am Montagvormittag Heinz Korte, Vizepräsident des Landvolkes Niedersachsen, Holger Ortel, Bundestagsabgeordneter der SPD, Franz-Josef Holzenkamp, Bundestagsabgeordneter der CDU und Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Achim Kassow, Vorstandsvorsitzender der Oldenburgischen Landesbank sowie Peter Kuhlmann-Warning, Vorsitzender des Arbeitskreises Landwirtschaft der Volks- und Raiffeisenbanken in Weser Ems und Gert Stuke, Präsident der Industrie- und Handelskammer. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ralf Stephan, Chefredakteur von „Land und Forst“ aus Hannover.
Diskutiert wurde die Frage: „Welche Auswirkungen haben die niedersächsischen agrarpolitischen Alleingänge für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen?“
„Aufgrund der agrarpolitischen und wirtschaftlichen Situation, hervorgerufen durch die aktuellen politischen Weichenstellungen der niedersächsischen Landesregierung, sehen wir den Bedarf für diese Diskussionsrunden mit Vertretern aus Landwirtschaft, Wirtschaft und Politik“, erklärte Messe-Organisatorin Ute Thümler.
Weitestgehend Konsens bestand bei den Teilnehmern darüber, dass die Diskussion vor allem auf einer sachlichen Ebene geführt werden müsse, nicht auf einer emotionalen. „Ich erhoffe mir nach der Bundestagswahl eine stärkere Versachlichung der Debatte“, sagte Franz-Josef Holzenkamp. „Wir haben viele familiengeführte Betriebe, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sehe ich ein riesiges Potenzial für die Landwirtschaft im Oldenburger Land.“
Veränderungen dürften jedoch nicht im Alleingang von der Politik durchgedrückt werden, forderte Gert Stuke. „Alleingänge sind in einer globalisierten Welt nicht mehr akzeptabel.“ Beschlüsse könnten nur im Konsens umgesetzt werden.
Dem stimmte auch Holger Ortel zu: „Die Landwirtschaft ist in Niedersachsen nach der Autoindustrie der zweitgrößte Bereich.“ Politik und Wirtschaft müssten sich an einen Tisch setzen und nicht hinter verschlossenen Türen Entscheidungen fällen.
Für die Rechts- und Planungssicherheit der landwirtschaftlichen Betriebe seien Eingriffe in die bestehenden Strukturen nicht vorteilhaft, erklärte Dr. Kassow. „Ich stelle fest, dass der Beratungsbedarf bei den Landwirten zunimmt.“ Die Politik müsse deutlich machen, wo der Weg hingehen solle.
Dennoch gehe es der Landwirtschaft in der Region gut, wie Kassow feststellte: „Der Bank geht es gut“, sagte der OLB-Vorsitzende, also gehe es auch der Region gut. „Jeder siebte Arbeitsplatz hängt hier mit der Landwirtschaft zusammen.“ Das sah auch Peter Kuhlmann-Warning so: „30 bis 40 Prozent unseres Kreditvolumens geht an die Landwirtschaft.“
