Hude - Der TV Hude ist so gut aufgestellt wie schon seit Jahren nicht mehr. Das betonte Vorstandsmitglied Christoph Roth am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung. Die Bilanz des vergangenen Jahres wies einen Gewinn in Höhe von 20 000 Euro aus – schwarze Zahlen hatte es zuletzt 2005 gegeben. Nachdem das für das Blockheizkraftwerk in der Jahnhalle aufgenommene Darlehen über 20 000 Euro abgelöst werden konnte, ist der TV Hude wieder schuldenfrei. Steuerberater Andreas Otte, der die Bilanz vorstellte, verdeutlichte die finanzielle Lage anhand eines Vergleichs mit der Fußball-Bundesliga: „Wir sind nicht Bayern München, aber wir sind auch nicht der HSV.“ Letzterer ist bekanntlich finanziell nicht eben auf Rosen gebettet.

Zum Plus beigetragen haben in 2012 ein hohes Spendenaufkommen und Einnahmen aus Bewirtungen, die im Wesentlichen durch die erfolgreiche Ausrichtung der Deutschen Seniorenmeisterschaften im Tischtennis verbucht werden konnten. Deutlich gesteigert wurden im vorigen Jahr auch die Beitragseinnahmen – und das, obwohl knapp 200 Mitglieder Hudes größten Sportverein verlassen haben. 100 Sportler haben sich durch die Auflösung des Kooperationsvertrages mit dem Verein für traditionellen Budosport (VTB) verabschiedet – sie haben in Hude ohnehin keine Beiträge gezahlt. 50 haben ihren Austritt in Folge der in 2011 beschlossenen Beitragserhöhungen erklärt. Die übrigen Austritte sind der normale Aderlass: „Es gibt eine Tendenz zu beobachten, nach der wir pro Jahr 50 Mitglieder verlieren“, stellte Christoph Roth fest. Dieser Entwicklung gelte es entgegenzuwirken und neue Ansatzpunkte zu finden, um mehr Menschen für die „körperliche und geistige Betätigung zu begeistern“, so Roth. Dazu habe es bereits sehr konstruktive Gespräche mit der Gemeinde gegeben.

Doch vorerst rechnet der Verein mit sinkenden Beitragseinnahmen – für 2013 wird damit kalkuliert, dass das Volumen von 235 000 auf 225 000 Euro zurückgeht. Insgesamt plant der Vorstand mit Einnahmen und Ausgaben in Höhe von 389 000 Euro. Dem Haushaltsplan stimmten die Mitglieder einhellig zu. Zuvor war dem Vorstand ebenfalls einstimmig Entlastung für das Jahr 2012 erteilt worden.

Die erfolgreiche Konsolidierung der Vereinsfinanzen ist nicht zuletzt Verdienst des geschäftsführenden Vorstands: Die gleichberechtigten Christoph Roth (27), Marlies Pape (61) und Peter Zwiener (69) wurden für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt, wobei Zwiener gerne schon nach einem Jahr einem Nachfolger Platz machen möchte. Ob sich jemand findet, bleibt abzuwarten. Am Donnerstagabend war jedenfalls keiner bereit, den Posten des vierten Vorstandsmitglieds Immanuel Mieschendahl zu übernehmen, der nicht wieder kandidierte. Drei Mitglieder muss der Vorstand mindestens haben. Wahlleiter Jürgen Kämmer mahnte daher: „Nächstes Jahr könnte es also kritisch werden.“