Harkebrügge/Cloppenburg - Sieben Stunden lang wurden die Argumente gegen den geplanten Windpark am Kammersand bei Harkebrügge jetzt im Kreishaus des Landkreises Cloppenburg erörtert. Insgesamt seien 900 Eingaben zum Genehmigungsverfahren der sechs geplanten 200 Meter hohen Windkraftanlagen am Loher Forst eingegangen, erläuterte zu Beginn der langen Sitzung Hartmut Günster, Bauamtsleiter des Landkreises Cloppenburg, der auch als „Moderator“ fungierte.

Unter anderem anwesend waren Vertreter der Gemeindeverwaltung Barßel, Vertreter der Firma Enercon sowie auf der Gegenseite Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Lohorst/Wittenberge/Rothenmethen/Kammersand.

Für die kommunal übergreifende Bürgerinitiative verlief die Sitzung vielfach sehr enttäuschend, weil aus ihrer Sicht viele Argumente einfach „vom Tisch gefegt“ worden seien, wie die BI in einer Pressemitteilung am Montag mitteilte. So sei der Einwand, dass zwischen dem bestehenden Windpark Hübscher Berg und dem geplanten Windpark Kammersand ein viel zu geringer Abstand bestehe, nicht akzeptiert worden. Hier sehe der Landkreis keinen Verstoß, weil es zu Abständen zwischen Windparks keine Regelung gebe, berichtete die BI.

Auch der Einwand, dass die drehenden Rotoren eine erhebliche optische Beeinträchtigung des „Wurnbarg-Geländes“ des Schepser Heimatvereins zur Folge hätte, wurde „abgebügelt“ mit dem Hinweis, dass das Heimatmuseum zwei Kilometer entfernt liege und somit nicht betroffen sei. Die BI zitiert den Enercon-Vertreter im Hinblick auf von Windpark-Anliegern festgestellte Brummtöne im Haus mit den Worten: „Ich glaube nicht, dass die Eigenschwingungen der Windkraftanlagen auf einer Entfernung von 600 Metern im Boden noch messbar sind.“

„Diese ganze Inszenierung war zeitweise eine groteske Komödie, die uns sehr wütend gemacht hat“, so Waltraut Frerichs, eine der BI-Sprecherinnen, am Ende der Sitzung.