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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Grüne Woche startet mit Warnung der Ökobauern

16.01.2015

Berlin Zur weltgrößten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin haben Umweltschützer und Ökobauern vor einer immer weiteren Freigabe des globalen Nahrungshandels auf Kosten von Verbraucherrechten gewarnt. Bei der geplanten Freihandelszone mit den USA seien europäische Umwelt- und Lebensmittelstandards in Gefahr, kritisierte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger am Donnerstag. Bundesregierung und EU-Kommission versicherten aber, Schutzregeln zu bewahren. Die wirtschaftliche Lage der deutschen Ernährungsbranche trübt sich auch beim Export ein.

Die 80. Ausgabe der Grüne Woche wurde am Abend eröffnet. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) sagte mit Blick auf internationalen Freihandel, Standards der Lebensmittelsicherheit seien „überall nicht verhandelbar“. Er wolle daher „den Mut und die Hoffnung etwas erhöhen“, dass dies auch beim TTIP-Abkommen mit den USA der Fall sein werde. EU-Agrarkommissar Phil Hogan sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „An unserem System geschützter regionaler Angaben ändert sich nichts.“ Auch bei der Kennzeichnung gentechnisch veränderter Produkte werde die EU hart bleiben.

Umweltorganisationen, Öko- und Kleinbauernverbände fürchten dagegen um eine bäuerliche Landwirtschaft mit kleineren Höfen. Kern der TTIP-Verhandlungen sei „die weitere Ausdehnung des agrarindustriellen Produktionsmodells nach amerikanischem Vorbild“, heißt es in einem „Kritischen Agrarbericht“ zur Grünen Woche. Der Vorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu), Olaf Tschimpke, nannte eine weitere Globalisierung der Land- und Ernährungswirtschaft nicht akzeptabel.

Der weltweite Agrarhandel ist eines der Themen der Grünen Woche, bei der sich bis zum 25. Januar 1658 Aussteller aus 68 Ländern zeigen. Nach der Auftaktfeier am Donnerstagabend öffnet die Messe an diesem Freitag für Besucher. In 26 Hallen können sie internationale Speisen probieren und sich über Landwirtschaft informieren. Partnerland ist in diesem Jahr Lettland. Insgesamt erwartet die Messe 400 000 Gäste.

Um eine gesunde Ernährung voranzubringen, lehnt Agrarminister Schmidt immer neue gesetzliche Vorschriften ab. Mit einer „Regulierungsorgie und Volkserziehung“ sei der Konsument nicht dazu zu bringen, dass er nur noch gesunde Sachen esse. Nötig seien Informationen, auch Logos seien wichtig. „Trotzdem sind es mir zu viele Labels“, sagte Schmidt.

Zur Kritik an der Tierhaltung sagte er, wenn Mega-Ställe nicht mehr zu beherrschen seien „und das Tier als solches überhaupt nicht mehr überblickbar ist, dann ist das nicht der Weg, den man gehen kann“. Darunter sehe er aber auch bei Großställen ein gutes Potenzial für Haltung und Entwicklung.

Schmidt nahm die Bauern bei der Eröffnungsfeier vor pauschaler Kritik in Schutz und wandte sich gegen einen Teil der Kritiker moderner Landwirtschaft. Er könne nichts mit einem anfangen, der sage, er wolle keine Tierhaltung und habe es satt. „Das stopft keine Mäuler“, sagte Schmidt bei der Eröffnungsfeier. „Die Welt ist noch nicht satt.“ Im Jahr 2050 seien neun Milliarden Menschen zu ernähren.

Bauernpräsident Joachim Rukwied beklagte ein „Klima der Ausgrenzung“ in der Debatte. Der Ton sei in den letzten Monaten schroffer geworden: „Teilweise wird versucht, kampagnenartig und mit falschen Behauptungen Stimmung gegen redliche Bauernfamilien zu machen.“

Das Wachstum der deutschen Agrarexporte schwächt sich voraussichtlich ab. Im vergangenen Jahr dürften die Ausfuhren nur noch um 0,6 Prozent auf 66,5 Milliarden Euro gestiegen sein, wie die Export-Förderorganisation Gefa mitteilte. 2013 hatte es ein Plus von vier Prozent gegeben.

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