Tettens - Vor einigen Wochen hatte sich Jens-Torsten Bausch im NWZ-Interview noch über die „positiven Signale aus der Politik“ gefreut. Doch inzwischen muss der Bremer Investor zur Kenntnis nehmen, dass die Begeisterung für sein Hotel-Projekt auf Langlütjen II keineswegs auf ungeteilte Zustimmung stößt. Im Nordenhamer Stadtrat hat die vierköpfige Fraktionen der Grünen zum Widerstand gegen das Vorhaben aufgerufen. Die Grünen fordern, dass die Festungsinsel in ihrem jetzigen Zustand belassen wird. Eine Bebauung und eine touristische Nutzung des künstlichen Eilands in der Außenweser lehnen sie aus Gründen des Naturschutzes ab.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Hajo Janßen verweist darauf, dass sich Langlütjen II im Nationalpak Niedersächsisches Wattenmeer befindet und Bestandteil eines Vogelschutzgebietes ist. Der Schutz bedrohter Vogelarten müsse Vorrang vor den Hotelplänen des Bremer Unternehmers haben, der auch Eigentümer der Insel ist.

Vor allem die Flussseeschwalben hat Hajo Janßen im Blick. Nach seinen Angaben brüten „regelmäßig deutlich über 100 Paare“ dieser Vogelart auf Langlütjen II. Zudem befänden sich Einzelbrutplätze der Küstenseeschwalbe auf der Insel.

Beide Vogelarten stehen laut Richtlinie der Europäischen Union aufgrund ihrer Seltenheit unter einem besonderen Schutz. Demnach sind „ihr Überleben und ihre Vermehrung in ihrem Verbreitungsgebiet sicherzustellen“.

Darüber hinaus meint Hajo Janßen, dass es bei einer Nutzung der Insel als Touristenziel in dem ruhigen Nationalparkgebiet zu Störungen durch die An- und Abreisen der Gäste sowie durch die Ver- und Entsorgung des Hotels kommen werde. Zudem befürchtet der Grünen-Vormann im Nordenhamer Stadtrat, dass Inselbesucher zu Fuß durch das Wattengebiet gehen und dadurch die Ruhezone beeinträchtigen könnten.

Die Grünen begeben sich mit ihrem Nein zu den Hotelplänen auf einen direkten Gegenkurs zu Bürgermeister Hans Francksen. Das Nordenhamer Stadtoberhaupt wirbt im gesamten Unterweserraum um Unterstützung für das Projekt und hat diese Bemühungen gerade erst verstärkt. Auf seine Initiative hin ist ein Positionspapier entstanden, das er Mitte Juni im Wirtschaftsausschuss des Stadtrates vorgestellt hat. Dieses Papier ist ein klares Bekenntnis zu dem Hotel-Projekt und soll am 7. Oktober in der nächsten Sitzung der Unterweserkonferenz in Bremerhaven beraten werden.


Hans Francksen hofft, dass alle Kommunen in der Region mitziehen und auf diese Weise die Landesregierung in Hannover dazu bewegen, das Vorhaben genehmigungsfähig zu machen. Aus seiner Sicht bietet das Projekt des Bremer Investors eine große Chance, einen „touristischen Meilenstein“ zu schaffen. Der Butjadinger Gemeinderat hat bereits mit einem einstimmigen Beschluss seine Unterstützung signalisiert. Dort zogen auch die Grünen mit.

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Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)