Dietrichsfeld - Von der Straße aus ist er kaum zu sehen. Biegt man stadtauswärts aber gleich hinter der Kindertagesstätte Dietrichsfeld an der Alexanderstraße 300 ab, ist der Gutspark Dietrichsfeld zu erreichen.
Bereits mehr als 100 Jahre ist die Grünanlage alt; der Bekanntheitsgrad des rund einen Hektar großen Geländes hält sich allerdings in Grenzen.
Teich entschlammt
Getan hat sich in den vergangenen Jahren einiges: 2009 wurde der Park zum „geschützten Landschaftsbestandteil“ erklärt – einer Kategorie nach dem Naturschutzgesetz, berichtet Renate Heim vom Naturschutzbund Oldenburg. Im Frühjahr 2012 wurde die Entschlammung des Parkteiches in Angriff genommen, im Juni wurde der erste Bauabschnitt zur Einfriedung abgeschlossen; vier Eiben wurden gepflanzt, vier weitere sollen im nächsten Frühjahr folgen.
Bei 80 000 Euro liegen die geschätzten Kosten für den Haushalt 2014 des Fachdienstes Stadtgrünplanung. Wie es in den Unterlagen des Ausschusses für Stadtgrün, Umwelt und Klima hervorgeht, soll der Wegebau in Angriff genommen werden, um den Gutspark besser mit dem Stadtteil zu vernetzen. „Von der Alexanderstraße aus soll ein direkter Fußweg geschaffen werden“, so Heim, die zu den beratenden Mitgliedern des Umweltausschusses der Stadt zählt.
Bänke und Infotafeln über die Geschichte des Parks sollen aufgestellt werden; neben Pflanzarbeiten ist auch der Bau eines Zauns geplant. Die Anlage gehört der Stadt Oldenburg. Doch woher stammt eigentlich der Begriff „Gutspark“? Die NWZ hakte bei Renate Heim nach, die auch Führungen in der Anlage anbietet. „Carl Hermann Klävemann, der Oldenburger Stiftungsgründer, hat im 19. Jahrhundert an dieser Stelle ein Gutshaus bauen lassen – und es nach seinem Vater Dietrich benannt.“ Später habe ein Enkel seiner Schwester, Adolf Karl August Haake, den entsprechenden Park anlegen lassen – etwas zwischen 1891 und 1913. Das Gutshaus steht – sehr verändert – noch heute.
Bergmolche gesichtet
Neben alten Bäumen, Büschen und Wiesen und zwei Biotopen beherbergt das Kleinod in Dietrichsfeld/Bürgerfelde noch eine Besonderheit: „Bergmolche; sie haben hier ihr Winter- und Sommerquartier“, erklärt Heim. Einzig die Bierflaschen, die im Teich liegen, stören.
