GRUMMERSORT - Das harte Geräusch aufeinander treffender Metalle hallt über den Hof Grummersort. Mit dem Hammer drischt Johannes Lohmann am Amboss auf einen glühenden Eisenstab ein, den er zuvor an der Feuerstelle, der so genannten „Esse“, mit glühender Steinkohle erhitzt hat. Jung und Alt bleiben stehen und schauen zu, wie aus Feuer, Eisen und Muskelkraft ein Nagel entsteht.

Johannes Lohmann (55), Handwerker aus Ollenermoor bei Berne, der sich selbst „Hannes, der Schmied“ nennt, war am Sonntag eine Attraktion beim Sommerfest der Hofgemeinschaft Grummersort, jedoch beileibe nicht die einzige: Kleine Gäste konnten Kräuterkissen herstellen, filzen, Seile drehen, sich schminken lassen, einem Märchenerzähler zuhören, Trecker fahren, reiten und sich auf dem Hofspielplatz austoben. Dort hatte die Grummersorter Spieleerfinderin Gesa Rensmeyer eine Auswahl ihrer handgearbeiteten Holzspiele aufgebaut, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Bei Fußballfans war besonders die Kicker-Alternative „Ballarina“ gefragt.

Bei den Erwachsenen standen Führungen durch Gärtnerei, Käserei und Holzofenbäckerei hoch im Kurs. Auf großes Interesse, vor allem beim weiblichen Publikum, traf das Motto „Kräutertraum“. Margret von Deetzen aus Wüsting führte in die Welt der „blühenden Pflanzen zum Würzen und Heilen“ ein und bot Rundgänge im Kräutergarten an. Verena Klee, Landwirtin aus Stuckenborstel, zeigte, wie einfach sich leckerer Kräutertee zubereiten lässt: Ein paar frische Minzblätter in die Tasse, heißes Wasser, fertig. „So frisch schmeckt der Tee ganz anders als mit Teebeuteln“, urteilte Margret Zimmermann, eine Mitbegründerin der Hofgemeinschaft Grummersort.

Frisch und selbst gemacht – so lautete auch das kulinarische Motto: Es gab „hofeigene“ Gerichte wie überbackenen Camembert und Bratlinge mit Salaten und Ofenkartoffeln. Für musikalische Abwechslung war ebenfalls gesorgt: Der Hofchor unter der Leitung von Martin von Maydell sang skandinavische und baltische Lieder, die Musikgruppe „Combo“ unterhielt mit internationaler Folklore.

Mit der Resonanz auf das Hoffest zeigte sich Margret Zimmermann sehr zufrieden. „Im vergangenen Jahr haben wir 1500 Besucher gezählt. Diesmal waren es sogar noch 200 bis 300 mehr.“