Cloppenburg - 900 000 Euro vom Land, drei Jahre Förderung, 80 000 Tonnen Stickstoff und 40 000 Tonnen Phosphor einsparen: Das sind Eckdaten für das Projekt „Wirtschaftsdüngermanagement Niedersachsen“. Auf den Weg gebracht haben das Verbundvorhaben, das Dünger in Zukunft ökologisch effizienter nutzbar machen soll, Vertreter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, der Logistikbranche, des Landwirtschaftsministeriums sowie der Wasserwirtschaft am Donnerstag im Kreishaus Cloppenburg.

Ziel ist es, die Nährstoffkreisläufe in der Landwirtschaft voran zu bringen und die Abgabe von Wirtschaftsdünger (Gülle) aus Überschussregionen im Westen des Landes an vieharme Gebiete besser zu kontrollieren. Zudem wollen die Initiatoren ein Zertifizierungssystem für die Logistikbranche, etwa für Gülletransporte und Güllebörsen. Zugelassene Firmen sollen nach einheitlichen Standards arbeiten und mehr Transparenz, auch bei der Überwachung, ermöglichen. Regie führen das Nährstoff-Management Niedersachsen sowie der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband. Ein Projektbeirat steht den Akteuren unterstützend zur Seite.

„Wir haben ein Mengen- und Verteilproblem bei Stickstoff und Phosphat. Es bedarf großer Anstrengungen, um die Nährstoffüberschüsse zu verringern“, sagte Landwirtschaftsstaatssekretär Horst Schörshusen (B’90/Grüne). Das gilt vor dem Hintergrund, dass niedersachsenweit fast 50 Prozent der Grundwasserkörper, das sind 60 Prozent der Landesfläche, zu stark mit Nitrat belastet sind. Daher forderte Schörshusen ein Umdenken, um die Belastungen von Grundwasser, Oberflächengewässern und der Luft zu minimieren.

Für eine Reduzierung des Stickstoffüberschusses trat Kammerpräsident Gerhard Schwetje ein. Er forderte eine Anpassung des Stickstoffaufwandes in der Landwirtschaft. An diesem Punkt sah Schwetje einen Ansatz für das Verbundprojekt, das Akteure der Nährstoffkreislaufwirtschaft auf regionaler Ebene vereine.

„Gemeinsam wollen wir praktikable Lösungen erarbeiten, um mineralischen Dünger in Ackerbauregionen durch organische Dünger aus Tierhaltungsregionen zu ersetzen“, so der Kammerpräsident. Ob dieses Verhalten Früchte trage, lässt sich laut Schwetje an den nächsten Nährstoffberichten ablesen.


Als Baustein und Beitrag zur Lösung von Nährstoffproblemen sah Umweltstaatssekretärin Almut Kottwitz (B’ 90/Grüne) „die Verbringung von Wirtschaftsdünger“ an. Akzeptanz dafür ist, so Kottwitz, nur mit hohen Qualitätsstandards und Informationen zu Tierarzneimittel-Rückständen erreichbar. „Antibiotika gehören nicht ins Grundwasser“, stellte Kottwitz klar.