GUT ALTONA - Der Chef war sichtlich gerührt: „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass wir einmal in der Reihe der Auserwählten stehen würden“, sagte Heiner Ahrmann. Gemeinsam mit Ehefrau Inka hatte der 58-jährige Inhaber des Hotels Gut Altona gerade den Wirtschaftspreis 2011 der Mittelstandsvereinigung (MIT) und der Stadt Wildeshausen entgegengenommen.
„Betriebe inspiriert“
In seiner Dankesrede hob er vor allem zwei Personen hervor, die maßgeblich an der Erfolgsgeschichte des Betriebs mit seinen heute 30 fest angestellten Mitarbeitern mitgeschrieben haben: Seine verstorbene Großmutter Anna („eine Vollblut-Gastronomin“) und Ehefrau Inka (49), die ein Organisationstalent sei und einen „herzlichen Umgang“ mit den Menschen pflege. Vor allem sei man von hervorragenden Mitarbeitern umgeben: „Wir sind zu einer großen Familie geworden.“
Die Laudatio auf den Preisträger hielt – wie berichtet – Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP). Das Hotel Gut Altona sei in der Region fest verankert und zugleich „Botschafter der Region“. Der Betrieb sei immer mit der Zeit gegangen und habe viele Arbeitsplätze geschaffen. Die Chemie zwischen Management und Team stimme. Zugleich sei auf Gut Altona „der Nährboden“ für die Mittelstandsvereinigung gelegt worden. Der Applaus zeige, dass die Jury den richtigen Preisträger ausgewählt habe.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens verlieh die MIT am Freitagabend erstmals einen Ehren-Wirtschaftspreis. Gewürdigt wurde die Lebensleistung von Reinhold Stöver (73), Seniorchef der Agrarforst-Gruppe (Aldrup). Es sei 1967 ein großes unternehmerisches Risiko gewesen, die Milchkühe gegen eine gebrauchte Pommes-Frites-Maschine einzutauschen, sagte Rolf Hüffermann in seiner Laudatio. Mit Geschick und Fortune, aber auch zielstrebig und kompromisslos, habe er die Firma (Jahresumsatz: rund 250 Mio. Euro) ausgebaut. Als die Mauer fiel, habe er andere Wildeshauser Betriebe „infiziert und inspiriert“. Zugleich sei er Motor, Initiator und Ideengeber der MIT. „Das ist ja wohl kaum zu glauben“, fühlte sich Stöver von seinem „alten Freund“ Hüffermann überrumpelt. Er kündigte eine Revanche an. Zugleich motivierte er die heimische Wirtschaft: „Wildeshausen wird trotz schwieriger Jahre eine gute Position behalten.“ Und weiter: „Wir bleiben hier, wir sind keine Flüchtlinge. Hier sind wir Zuhause.“
Zuvor hatte MIT-Vorstandssprecher Manfred Wulf die aus seiner Sicht „unbefriedigende Entwicklung“ der Kreisstadt thematisiert: „Es gibt so viel Stillstand, Stauungen und Stagnation, Schwund und Schlappen!“ Unter Applaus sagte er: „Wir brauchen wieder begeisterte Unternehmer, die sich für ihre Stadt einbringen.“ Die Firmenchefs sollten ihre Mitarbeiter ermuntern, sich einzubringen: „Schaffen wir ein positives Klima!“
Wiederwahl
Unter der Leitung von Ex-Stadtrat Willi Möser wurde der Vorstand der MIT komplett im Amt bestätigt. Wulf: „Ich trete nicht zurück!“ Die Kasse, seit 20 Jahren von Hans-Jürgen Pooch geführt, sei gut gefüllt. Zur MIT-Geburtstagsfeier gehörte die Verlosung eines E-Bikes, das Wolfgang Rixen gespendet hatte. Mit der Losnummer 238 gewann Hans-Bernd Hermes das Fahrrad. Der Erlös aus dem Losverkauf geht an die DRLG und den Schwimmverein Wildeshausen.
Ein Dankeschön hatte auch das Hotel Gut Altona parat: Die Köche, allen voran Küchenchef Andreas Wiegand, und die Auszubildenden verteilten feine Pralinen.
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