Eversten - Das Schicksal der Eichen an der Edewechter Landstraße scheint besiegelt zu sein, auch wenn die Stadtverwaltung den Ratsmitgliedern im Umweltausschuss eine Hintertür offenließ.
Sowohl Margrit Conty für die SPD als auch Maike Würdemann für die CDU sprachen sich am Donnerstagabend für die Fällung von zwei mächtigen (und offenbar kranken) Eichen aus, die dem Ausbau der Edewechter Landstraße in diesem Jahr im Wege stehen. Abgestimmt wurde zwar nicht, doch der Verwaltung signalisiert, die beiden Bäume fällen zu dürfen.
Gebaut wird in diesem Jahr im Abschnitt zwischen Rotkehlchenweg und Thomasburg. „Die Edewechter Landstraße wird dabei leicht Richtung Norden verschwenkt, wodurch im südlichen Bereich die Mitte der 80er-Jahre gepflanzten Eichen erhalten bleiben können“, erläuterte Bernd Müller, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr, das Projekt. „Es bleibt Zeit, über die Umsetzung des dritten Bauabschnitts im nächsten Jahr zu diskutieren“, ergänzte Umweltdezernentin und Stadtbaurätin Gabriele Nießen.
Kritik an der Informationspolitik der Stadt übte Renate Heim vom BUND. Die geplante Fällung von 29 zum Teil sehr alten Eichen entlang der Edewechter Landstraße sei erst durch Berichte in der NWZ publik geworden. Erst danach habe die Stadt einen Gutachter beauftragt, die Bäume zu untersuchen. Mit dem Ergebnis, dass die meisten Bäume ohnehin krank und vom Hallimaschpilz befallen seien. „Das hat einen schlechten Beigeschmack und schürt Misstrauen“, sagte Heim.
Die Bäume sind nicht nur durch den Straßenverkehr erheblichen Belastungen ausgesetzt, die Wurzeln entlang der Fuchsbäke sollen erhebliche Schäden aufweisen. Anliegerin Sabine Reimer berichtete dem Ausschuss, dass vor einigen Jahren die Wurzeln der Eichen beim Ausbau der Fuchsbäke stark beschädigt worden sind.
Die Fahrbahn soll in diesem und nächsten Jahr auf einer Länge von 1100 Metern für 2,5 Millionen Euro einheitlich auf 6,50 Meter Breite ausgebaut werden. Südlich ist ein neuer Fuß-/Radweg geplant.
