Sehestedt/Norddeich - Britta Fahnster kommt aus Wiefelstede und fährt für Kurzurlaube immer gerne an den Jadebusen. In einer Mail an die NWZ berichtet die 64-Jährige, was sie jüngst erlebt hat. „Gegen 17 Uhr hat ein Junge namens Fabian am Siel bei Sehestedt in Höhe Café Landlust ein junges Seehundbaby entdeckt. Wir haben die Seehundstation in Norddeich angerufen. Der Säuger wurde abgeholt. Wenn es ein Junge ist, soll er Fabian heißen“, schreibt die Ammerländerin.
Die Überlebenschancen für Heuler in der Seehundstation Norddeich sind in diesem Jahr enorm hoch. „Wir haben in dieser Saison erst sechs Jungtiere verloren, ein guter Wert“, sagt Dr. Peter Lienau, Leiter der Station im Gespräch mit der NWZ .
Derzeit zieht er mit seinem Team 90 Jungtiere auf. Das sind weniger als 2014 (136) und 2013 (143). Wie viele Jungtiere in Norddeich eingeliefert werden, hängt laut Lienau von vielen Faktoren ab. Wetter, Windstärke, Sommergewitter und vor allem die Störung durch den ’Menschen spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufzucht. „Zum Säugen muss die Mutter an Land. Nur 120 Milliliter passen in den Magen eines frisch geborenen Heulers. Und wenn die Mutter beim Säugen gestört wird, dann kann das erhebliche Auswirkungen haben, weil die Jungtiere dann einfach nicht genügend Kraft und Widerstandsfähigkeit entwickeln können “, sagt er.
Beim Fund eines verwaisten Jungtieres solle man Abstand halten, das Tier auf keinen Fall anfassen und den Fund dann bei der Seehundstation Norddeich unter
„Von Anfang August bis Ende Oktober werden die aufgezogenen Tiere ausgewildert – auch im Jadebusen“, sagt Lienau. Bei der jüngsten Zählung wurden im Jahr 2014 im Niedersächsischen Wattenmeer mehr als 9000 Seehunde gezählt. Ein Rekord seit Beginn der Zählungen im Jahr 1975.
