Oldenburg - „Konjunkturmaschine läuft noch rund“ – unter diesem Titel fasst die Oldenburgische IHK das Ergebnis ihrer Umfrage bei den Betrieben zusammen. Allerdings heißt es auch: „Risiken für die Wirtschaftsentwicklung nehmen zu.“
Grundsätzlich setzten die Unternehmen im Oldenburger Land trotz einer Verunsicherung durch die Krise in der Ukraine weiter auf Aufschwung, so die Kammer. Der IHK-Konjunkturklimaindex, das regionale Stimmungsbarometer, stieg im ersten Quartal um fünf Zähler auf 123 Punkte. „Er erreicht damit fast den Hochkonjunkturwert von 125 Punkten vom ersten Quartal 2012“, so die IHK.
„Die Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage äußerst zufrieden“, meint IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Peters. Nach wie vor treibe eine hohe Binnennachfrage aus Konsum und Investitionen die Konjunktur voran. Impulse seien im ersten Quartal auch vom Export gekommen. Lediglich Verkehrs- sowie Baugewerbe zeigen sich etwas verhaltener als die übrige Wirtschaft.
Auch für die nahe Zukunft seien die Betriebe positiv gestimmt. „Der Aufschwung wird sich in den nächsten Monaten fortsetzen“, prognostizierte Peters. 28 Prozent der Befragten erwarten eine eher günstigere Geschäftslage in den kommenden Monaten, nur jeder Zehnte ist pessimistisch.
Dennoch blieben einige Risiken, zum Beispiel die Ukraine-Krise. Gerade die in der Region stark vertretene Agrarindustrie habe sich in den vergangenen Jahren verstärkt in Osteuropa engagiert und gute Marktpositionen aufgebaut.
Generell aber erwarten die Betriebe weiterhin gute Geschäfte mit dem Ausland. So mache sich die anziehende Konjunktur in den Eurostaaten sowie die robuste Wirtschaftsentwicklung in den USA bemerkbar, so Peters.
Branchen im Einzelnen:
Der Jahresstart ist aus Sicht der Industrie geglückt. Dafür habe ein deutlich höherer Auftragseingang gesorgt. Im Baugewerbe hielten sich die Gut- und Schlecht-Bewertungen fast die Waage. Die Ertragssituation sei teils unbefriedigend. Im Einzelhandel schätze gut die Hälfte der befragten Einzelhändler die Geschäftslage positiv ein. Großhändler sind mit der aktuellen Lage sehr zufrieden.
Das Verkehrsgewerbe beurteilt die momentane Situation oft als befriedigend. Wegen des starken Wettbewerbs können aber Preise nicht erhöht werden. Auch das Dienstleistungsgewerbe profitiere von der allgemein guten Lage. Medienwirtschaft, Makler sowie Architektur- und Ingenieurbüros äußerten sich überwiegend zufrieden.
