„Schlechte Luft in der Kreisstadt, Grünen-Ratsherr Schultze installiert drei Messröhren“, NWZ-Bericht vom 27. Februar

Ein staatlich anerkannter Luftkurort muss durch ein Gutachten nachweisen, dass Luft und Klima Eigenschaften aufweisen, die für die Erholung und Gesundheit förderlich sind. Soweit die Theorie. Am Sonntag, den 14. Juli 2018, misst der Experte Malte Siegert, NABU Hamburg, begleitet von einem NDR-Team, um ca. 20 Uhr auf dem windstillen Gildeplatz ohne Verkehrsbewegung, weit über 7800 Ultrafeinstaubpartikel pro Kubikzentimeter. Am Nachmittag desselben Tages wurden in Visbek knapp 15 000, in Hag­stedt 14 400 und an der Messstation in Bösel 13 000 bis 14 000 gemessen. Für Keime und Stäube aus der industriellen Landwirtschaft mit ihren unzähligen Tierfabriken rund um Wildeshausen gilt kein Überflugverbot für das „Kurgebiet“, das bis an den Westring reicht.

Mit dem Wechsel auf die andere Straßenseite verlässt der „Kurgast“ die „Schutzzone“ des Luftkurortes. Leser Otto Sandkuhl (...) kategorisiert das „massive Problem der tatsächlichen Luftqualität“ als Nestbeschmutzung und Gefährdung des guten Images des Luftkurortes. Wenn jetzt nicht konsequent eine Kursänderung vollzogen wird, ist der Ruf Wildeshausens in echter Gefahr. Ein Luftkurort ist Wildeshausen meines Erachtens schon seit vielen Jahren nicht mehr. Höchstens noch auf dem Papier.

Wilfried Papenhusen Wildeshausen