Haarentorviertel - Die massiven Bauplanungen im Haarentorviertel an der Hamelmannstraße und dem Schützenweg stoßen bei der Stadtgruppe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) auf große Skepsis und werfen viele Fragen auf.
Dazu erklärt der Vorsitzende Rolf Grösch: „Dies wäre ein brachialer Eingriff in eine der letzten grünen Lungen der innerstädtischen Stadtteile, die damit ohnehin nicht übermäßig reich ausgestattet sind. Es muss wirklich hinterfragt werden, ob es notwendig und vertretbar ist, in diesem riesigen Umfang hier planerisch tätig zu werden.“
Sehr bedauerlich seien bereits die umfangreichen Baumfällungen im Februar gewesen, bei denen der Eindruck entstanden sei, dass es sich um Vorbereitungen für eine spätere Bebauung gehandelt habe. „Aber der Bereich weist noch viel Naturareale auf“, so Grösch. Er weist darauf hin, dass sich am Nordrand des Geländes ein gesetzlich geschützter Biotop befindet, ein Feuchtgebiet mit Amphibien, Vögeln und vielen anderen Arten, und das Gesamtgelände auf weitere Amphibienarten sowie botanisch und angesichts der dort zu beobachtenden Fledermäuse zu untersuchen sei.
Auch dürfe aus Nabu-Sicht nicht außer Acht gelassen werden, dass das Areal „gerade in diesen Zeiten des Klimawandels, eine Frischluftzone“ darstelle, die für die Menschen der angrenzenden Wohnviertel als „Sauerstofflunge“ in heißen Sommern von großer Bedeutung sei.
Zudem mache sich der Nabu angesichts der Planung für zwei Tiefgaragen Sorgen über den künftigen Grundwasserspiegel des Standorts im Hinblick auf die geschützten Bereiche, die Gärten und den Baumbestand.
Und ob es gut angeraten sei, dem nahen Botanischen Garten mit hohen Häusern, einem davon bis zu sieben Stockwerke hoch, einen „ästhetischen Riegel an der Autobahn zu schenken“, sei ebenfalls fragwürdig.
Aus Sicht der Nabu-Stadtgruppe seien zu dieser Planung „daher noch viele Fragen offen“. Die Nabu Stadtgruppe richtet sich an die politischen Gremien des Rates der Stadt Oldenburg, „diese in der Öffentlichkeit vorgestellten Planungen nicht einfach durchzuwinken, sondern im Dialog mit den Anwohnern deren gerechtfertigten Sorgen und Bedenken ernst zu nehmen.“
