HABBRüGGE - Beim Gedanken an seine bevorstehende Neuseeland-Reise kann Christian Westphal sich ein Frotzeln nicht verkneifen. „Eigentlich werde ich ja nur vorgeschickt“, lacht er. Schließlich gelte es, Ziele auszukundschaften für eine von seiner Familie geplante Tour mit dem Campingmobil. Für die Suche hat der 19-Jährige zweifelsfrei ausreichend Zeit: Acht Monate lang wird er auf Neuseeland bergwandern, wohnen, arbeiten – bevor er dann Ende März 2008 nach der abschließenden Tour mit Mutter Elisabeth, Vater Uwe und Schwester Anja wieder heimkehrt nach Habbrügge.
Die Idee zu einem Abenteuerurlaub auf der anderen Seite des Globus war dem frisch gebackenen Abiturienten im Englisch-Unterricht gekommen. In dieser Sprache, so bekennt er vergnügt, sei er nie eine Leuchte gewesen – doch er brauche gute Englischkenntnisse fürs Wirtschaftsingenieur-Studium und wohl auch für den späteren Beruf. Da lag es nahe, im Ausland das Sprechen zu lernen. Pragmatisch ging der 19-Jährige mögliche Länder durch: Britannien? „Zu nah.“ USA? Da könne er immer noch mal hin. Australien? „Da gibt’s dies ganze Getier, Spinnen etwa, Schlangen.“ Also blieb Neuseeland, auf das der 19-Jährige schon bei einer Dokumentation im Dritten neugierig geworden war.
Für den Inselstaat im Südpazifik spreche eine ganze Menge, listet Christian Westphal auf. Das Land sei vielfältig. Strände gebe es hier, Regenwald, Felsen, karges Fjord-Land. Die Menschen seien als gastfreundlich bekannt, würden als bodenständig, hilfsbereit und gelassen beschrieben – „das ist genau mein Kaliber.“ Und: In Neuseeland könne man bergwandern. Sechs „Great Tracks“ gebe es, Wege zum Beispiel durch Nationalparks. Teilweise seien die „wie ein Alpenhöhenwanderweg“.
Und wer zahlt? Etwa die Hälfte der Zeit, so schätzt der 19-Jährige, werde er arbeiten, überwiegend wohl in landwirtschaftlichen Betrieben. Übers Internet hat er da schon Kontakte geknüpft. Kühe melken, bei der Kiwi-Ernte helfen, vielleicht auch mal in den für hiesige Verhältnisse riesigen Betrieben als „moderner Cowboy“ mit geländegängigen Maschinen losfahren „und 800 Kühe zusammentreiben“.
Am 23. Juli geht’s los. 28 Stunden dauert der Flug. Wahrscheinlich, so räumt Christian Westphal ein, „werd’ ich in ein paar Wochen Heimweh haben“. Aber eins sei amtlich: „Die Vorfreude ist schon groß.“
