Hannover - Gezielte Cyberattacken auf das Netz der niedersächsischen Landesverwaltung nehmen zu. „Wir registrieren neben Phishing-Wellen, Infektionsversuchen mittels Viren und Trojanern und DDos-Angriffen auf die Infrastruktur des Landesnetzes auch eine Zunahme gezielter und professionalisierter Angriffe“, sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Nadine Bunzler, der Deutschen Presse-Agentur. Nach den Angriffen auf das Computersystem des Bundestags will Niedersachsen über das Thema auch bei der Innenminister-Konferenz Ende Juni in Mainz beraten.
Der niedersächsische Landtag ist von Attacken bisher verschont geblieben. „Uns ist kein solcher Fall bekannt“, sagte Parlamentssprecher Kai Sommer.
Die Landesverwaltung hatte erst im vorigen Herbst auf mehreren tausend Rechnern mit der Installation neuer Browser-Versionen von Mozilla (Firefox) und Google (Chrome) eine akute Sicherheitslücke geschlossen. Sie hätte es Angreifern potenziell ermöglicht, sichere Verbindungen mit anderen Webseiten vorzutäuschen. Das Land hatte sich außerdem mit Microsoft auf eine einjährige Service-Verlängerung für das Betriebssystem Windows XP geeinigt.
Nach dem neuen IT-Sicherheitsgesetz müssen künftig neben Unternehmen auch Bundesbehörden bestimmte Mindestanforderungen an ihre Computersysteme erfüllen, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) festlegt.
Das neue Gesetz sollte zunächst nur Unternehmen wie Banken, Versicherungen oder Energieversorger zu einem besseren Schutz vor Angriffen auf ihre Computersysteme verpflichten. Wichtige Unternehmen müssen schwere Angriffe auf ihre Systeme melden.
