Brake - Dass er einmal im Braker Hafen arbeiten würde, hätte sich Olaf Herrmann als Kind niemals träumen lassen. Dabei lag das eigentlich nahe. Der 45-Jährige wuchs in der Brommystraße auf. „Der Hafen war unser Abenteuerspielplatz. Als noch nicht alles eingezäunt war, sind wir hier gebutschert und auf den Erzbergen herumgeturnt“, erzählt Herrmann.
Kurz darauf steht der 45-Jährige auf der Südpier und brüllt gegen den Baustellenlärm einen Namen: „Jens!“ Gemeint ist Jens Drost, Polier der Firma Hermann Jansen aus Aschendorf, die auf der Pier Arbeiten am Gleisbett und der Pflasterung vornimmt. Die Beiden begrüßen sich wie alte Kumpels. Dabei haben sie lediglich ein dienstliches Verhältnis. Aber so ist es eben: Der Ton mag manchmal rau sein, auf alle Fälle aber ist er herzlich und geradeaus. Und genau das ist es, was Olaf Herrmann, Bauaufseher in Diensten von Niedersachsen Ports, liebt an seinem Job.
Olaf Herrmann ist gelernter Straßenwärter. Seine Ausbildung hat er bei der Braker Straßenmeisterei absolviert, bei der er über 20 Jahre tätig war. Als die damaligen Straßenbauämter reformiert wurden und dem Braker – ledig und kinderlos – eine Versetzung in eine andere Stadt drohte, trat er die Flucht nach vorne an und bewarb sich auf eine Stelle, die N-Ports ausgeschrieben hatte. „Man muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“, meint Herrmann. Und den Wechsel in den Hafen hat er nicht bereut. „Es ist eine sehr erfüllende und interessante Aufgabe“, sagt er über seinen Job als Bauaufseher.
Wenn N-Ports im Braker Hafen oder in dessen Umfeld ein Bauprojekt realisiert, ist Olaf Herrmann an vorderster Stelle mit dabei. Den Bau des Niedersachsenkais hat er von der ersten Sandaufschüttung bis zum heutigen Zustand begleitet. Aktuell werden dort weitere Flächen befestigt, und der 45-Jährige wacht darüber, dass die Firmen auch das umsetzen, was in den Ausschreibungsunterlagen und Plänen steht. Weitere Baustellen, auf denen Herrmann den Verlauf der Arbeiten ständig im Auge behalten muss, sind das neue Zentral-Gate und eben das Gleisbett am Südpier.
Sich ständig auf neue Firmen und damit auch auf neue Leute einstellen zu müssen, auch das macht für Herrmann den Reiz seiner Arbeit aus. Manchmal sei ein wenig Psychologie gefragt, sagt er. „Aber grundsätzlich kann ich mit jedem gut. Ich bin ein offener Mensch.“
Und so bleibt es dann auch im Fall von Jens Drost nicht beim reinen Dienstgespräch. Für einen kleinen Plausch ist Zeit. Drost schenkt in der Baubude Vitaminsaft aus. „In der Woche leben wir gesund“, grinst Herrmann. Und nimmt den Helm ab, bevor er auf der nächsten Baustelle gefragt ist.
