Schönemoor - Kurz vor Weihnachten hat sich der Reit- und Fahrverein Schönemoor selbst das schönste Geschenk gemacht: Die neue Reithalle auf dem weitläufigen Vereinsgelände ganz im Norden der Gemeinde wurde rechtzeitig zum Fest fertig und erlebte am Sonntag mit dem „Ganterspringen“ ihre Feuertaufe. Zur Einweihung hatte der Verein zuvor Mitglieder, Freunde, Sponsoren und Ehrengäste in den Neubau eingeladen.
Mit einer Anleihe aus der Schokoladenwerbung verdeutlichte Vorsitzende Maren Schröder, was die neue Halle für den Verein bedeutet: „Für uns ist sie die längste Praline der Welt.“ Das war auch ein Hinweis auf die räumlichen Dimensionen: Mit 60 Metern Länge entspricht die Halle den Wettkampf-Anforderungen der Reiterlichen Vereinigung (FN), so dass der 2004 gegründete Verein jetzt offizielle Turniere unterm Dach ausrichten kann.
Stolz sind die Verantwortlichen auf bauliche Besonderheiten wie die luftdurchlässige Wand aus Lochblechen, die für eine natürliche Belüftung im Innern sorgt, oder der mit gehäckseltem Teppich-Vlies bestreute Sandboden, der besonders schonend ist für die Gelenke der Reittiere. „Dies ist eine Halle für Pferde und Reiter, das haben wir beim Bau beachtet“, betonte Schröder.
Der Clou ist die Beleuchtung: Das durchgängige Lichtband im Dachfirst bringt viel Tageslicht in die Halle, und die LED-Lampen an der Decke entwickeln nicht nur höchste Strahlkraft und sind sehr energiesparend, sondern sie verhindern auch jeden Schattenwurf, der die Pferde irritieren könnte. Europaweit gebe es bisher nur eine weitere Halle, die über eine derartige Lichtanlage verfüge, erklärte Pressesprecherin Kristina Kraemer-Stumpp.
Vorsitzende Maren Schröder dankte den vielen Helfern aus dem Verein, die dazu beigetragen haben, dass trotz zunächst widriger Witterungsbedingen beim Baubeginn Anfang November die Halle in nur sieben Wochen fertiggestellt werden konnte. Den größten Beitrag habe der 2. Vorsitzende und Besitzer des Geländes, Arthur Baumfalk, geleistet. „Er hat praktisch Tag und Nacht gearbeitet“.
Den hohen Anteil an Eigenleistungen hoben auch die stellvertretende Landrätin Christel Zießler und Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas hervor. Der noch junge Verein habe ein großes Projekt auf die Füße gestellt, lobte Gerken-Klaas Die Gemeinde unterstützte das 340 000-Euro-Projekt mit 50 000 Euro, weitere Zuschüsse kamen vom Landkreis, dem Landessportbund und Sponsoren aus der Wirtschaft.
„Ein Pferd ist eine eigene Meinung auf vier Beinen“, zitierte die Bürgermeisterin abschließend einen Kenner des Pferdesports. Das konnten die Gäste sogleich bei der Vorführung junger Reiterinnen des Vereins nachvollziehen: Die ersten Versuche, ein Hindernis zu überspringen, scheiterten am Unwillen des Tieres.
