Thüle - Die kleinen Hufe trippeln über den Sandboden, mit dem Rüssel voran wird die große, neue Welt entdeckt. Derzeit machen 15 Ferkel der äußerst seltenen Rasse Kune Kune das Gehege des Tier- und Freizeitparks Thüle unsicher. Da wird schon mal am Geschwisterchen geschnüffelt oder mit kleinen Sprüngen versucht, an die Milchbar der Mama zu kommen. Während die Ferkel neugierig und leise quiekend durcheinanderlaufen, schnüffeln die Elterntiere seelenruhig mit lautem Grunzen den Boden ab.

Die Familienbande ist immer in Bewegung, stets unter den Augen von Tierpflegerin Martina Kruse, die sich sonst noch um Tapir, Flusspferd und Antilope kümmert. Die kleinen Racker kommen ursprünglich aus Neuseeland und werden dort von den Ureinwohnern Maori als Haustiere gehalten, sagt Kruse. Der erste Wurf in Thüle kam am 6. März gegen Mittag zur Welt, der zweite zur selben Zeit zwei Tage später am 8. März.

Eber Zorro hat die Frauen unter Kontrolle. Er ist der Vater der 15 quirligen Ferkel. Die beiden Mütter Zora und Abby stört es dabei nicht, wenn die Kleinen sich von der jeweils anderen Milch abholen. Alle zwei Stunden sei das der Fall, sagt Kruse. Nach rund einem Monat versuchen die Ferkel dann selbst zu fressen. Hauptsächlich werden die Tiere mit Getreide wie Quetschweizen oder -hafer gefüttert.

Fürsorglich seien die Schweineeltern zu ihrem Nachwuchs, sagt Kruse. Die Tiere seien recht umgänglich und nicht aufdringlich – aber neugierig. „Wenn man auf der Anlage ist und saubermacht, dann kommen sie heran und schnuppern am Werkzeug oder der Schubkarre. Wenn es nichts zu fressen gibt, sind sie wieder weg“, sagt Kruse. Man könne gut mit ihnen umgehen. Sie vertragen sich auch gut mit den Minieseln, die im Gehege unterwegs sind.

Die Kleinen haben aber auch ihren eigenen Kopf. So hat Kruse alle Hände voll zu tun, sie auf dem Arm zu halten. „Ich kann sie alle nicht auseinanderhalten“, sagt sie. Doch die Ferkel vom ersten Wurf sind etwas kräftiger als die jüngeren Geschwister.

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Kune Kune sei eine genügsame Rasse, die man auf einer großen Weidefläche oder Gras halten könne, sagt Kruse. Sie benötigen keinen Stall und wühlen auch nicht in der Erde. In Thüle seien die Tiere seit September vergangenen Jahres. Sie gehören der Tierpflegerin Anne Varnhorn, die sich auch um die Zucht und den Verkauf kümmert.

„Erstmal bleiben sie aber alle hier“, sagt Kruse. Ein Lieblingsschweinchen hat die 28-Jährige auch schon: „Das Schwarze, das ist am süßesten.“ Dabei sind die Jungen ganz unterschiedlich gefärbt in Rot- und Brauntönen und bunt gefleckt. Bei den Besuchern seien die Einfarbigen am beliebtesten.


Wer die Schweinchen nun unbedingt sehen will, muss nicht bis zur offiziellen Parköffnung am 10. April warten. Denn der Tier- und Freizeitpark Thüle hat bereits dieses Wochenende (9 bis 18 Uhr) auf.