HAMBURG - Während der Behandlung mit dem Gerinnungshemmer Pradaxa sind fünfmal so viele Schlaganfall-Patienten durch innere Blutungen zu Tode gekommen wie bislang bekannt. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, wurden von März 2008 bis Anfang November dieses Jahres weltweit 256 Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments des Herstellers Boehringer Ingelheim gemeldet. Das Magazin beruft sich auf Zahlen der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. 21 Todesfälle traten demnach in Europa auf, vier davon in Deutschland.

Boehringer Ingelheim warnte Patienten davor, das Mittel eigenmächtig abzusetzen. Es gebe derzeit viele Anrufe besorgter Patienten, sagte der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner. Er betonte, dass die Therapie mit Pradaxa einen besseren Schutz vor Schlaganfällen biete als die bisher eingesetzten Medikamente, bei einer höheren Sicherheit vor Blutungen.