HAMBURG/BREMEN/PAPENBURG - Ein privater Autobahnbetreiber soll die Autobahn 1 Hamburg-Bremen sechsspurig ausbauen und während der kommenden 30 Jahre in privater Regie instandhalten. Den Zuschlag für das deutschlandweit größte Kooperationsprojekt der öffentlichen Hand mit der Privatwirtschaft erteilte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr am Dienstag einem Konsortium.
Die Firmen Bilfinger Berger und John Laing erhalten beide 42,5 Prozent sowie das Papenburger Unternehmen Johann Bunte 15 Prozent. Das Investitionsvolumen beträgt rund 650 Millionen Euro. „Das ist nach dem Zuschlag für den Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven ein weiterer Schritt im Bereich der strategischen Unternehmensausrichtung“, erklärte Manfred Wendt, geschäftsführender Gesellschafter der Bunte-Gruppe. Das Projekt sichere die bestehenden 1200 Arbeitsplätze und werde laut Wendt zu weiteren Neueinstellungen führen.
Das Konsortium soll zur Finanzierung einen Teil der auf der Strecke anfallenden Lastwagen-Maut erhalten. Die Vereinbarung betrifft den 73 Kilometer langen Abschnitt vom Autobahndreieck Buchholz bis zum Bremer Kreuz. Nach der Vereinbarung starten im Spätsommer 2008 die Arbeiten zum Ausbau der Autobahn. Während der Konzessionsdauer ist das Konsortium für die komplette Instandhaltung verantwortlich. Dazu gehören neben Streckenkontrollen die Wartung der Fahrbahnen, Brücken, Lärmschutzwände, Rastanlagen und der Winterdienst.
Nach 30 Jahren soll die Strecke in einem vertraglich festgelegten Zustand an den Staat zurückgegeben werden.
