Hamburg/Cuxhaven - Nach Einschätzung der Deutschen Kutter- und Küstenfischer werden die Fischbestände der Nordsee weitgehend nachhaltig bewirtschaftet. „Die Überfischung ist Vergangenheit, auch wenn es bei einzelnen Arten immer wieder Bewirtschaftungsprobleme geben kann“, sagte Verbandssprecher Claus Ubl am Montag in Hamburg. Grundlage seien die Fangempfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES) für 2020.

Die Nordsee-Scholle könnte nach Einschätzung des ICES im nächsten Jahr einen neuen Höchststand von über 1,1 Millionen Tonnen an Elterntieren erreichen. Der Schwellenwert für eine nachhaltige Bewirtschaftung liege bei etwa der Hälfte, so der Fischereiverband. Der ICES empfiehlt eine leichte Senkung der Fangmenge um acht Prozent.

Der Bestand der Nordsee-Heringe wird für 2020 auf 1,3 Millionen Tonnen prognostiziert. Der ICES empfiehlt eine Fangmenge von rund 430 000 Tonnen, was einer Erhöhung um neun Prozent entspricht. Der Bestand der Seezunge wird laut Fischereiverband ebenfalls nachhaltig bewirtschaftet. Der ICES empfiehlt eine Fangmenge von rund 12 000 Tonnen, zwei Prozent weniger als derzeit.

Beim Seelachs empfiehlt der ICES eine Senkung der Fangmenge um 15 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr, nachdem es im Vorjahr eine Erhöhung um 21 Prozent gegeben hatte. Beim Nordsee-Kabeljau zeige sich ein uneinheitlicher Trend. Im südlicheren Teil der Nordsee mit der Deutschen Bucht sei der Elterntierbestand viel schlechter als im nördlichen Teil. Vor 40 Jahren sei diese Verteilung genau umgekehrt gewesen.