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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Oldenburger Tafel: „Blauäugig, das Containern zu legalisieren“

01.06.2019

Hamburg /Hannover /Oldenburg Das Mitnehmen weggeworfener Lebensmittel aus Abfallbehältern, das sogenannte Containern, soll in Deutschland straffrei werden. Der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne) habe einen entsprechenden Antrag für die Konferenz der Justizminister der Bundesländer in der kommenden Woche vorbereitet, berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Bisher gilt es als Diebstahl, Nahrungsmittel aus Müllcontainern zu holen, die Supermärkte und Fabriken wegen abgelaufener Mindesthaltbarkeitsdauer oder Druckstellen weggeworfen haben.

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Doch nicht überall stößt der Vorschlag auf Zustimmung. Es sei blauäugig, das Containern zu legalisieren, sagte Inka Ibendahl, Vorsitzende der Oldenburger Tafel, am Freitag auf NWZ-Nachfrage. Die hiesigen Supermärkte würden mit filternden Organisationen wie der Tafel oder Foodsharern zusammenarbeiten. „Es sollte normal sein, alles, was noch zu verwerten ist, anzubieten.“ Wenn dann noch etwas übrig bleibe und im Container lande, habe das auch seinen Grund, erklärt Ibendahl und nennt Glasrückstände oder eine unterbrochene Kühlkette als mögliche Gefahren. „Container sind für uns tabu.“

Und Christian Lauenstein, Sprecher des Niedersächsischen Justizministeriums, fügt gegenüber der NWZ hinzu: „Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist ein Problem, das gelöst werden muss.“ Ob eine generelle Straflosigkeit des Containerns dieses Problem löse, sei jedoch fraglich und darüber hinaus rechtlich problematisch. „Lösungen könnten auch außerhalb des Strafrechts zu finden sein. Über diese Fragen werden die Justizminister in der kommenden Woche bei ihrer Konferenz in Travemünde diskutieren.“

Im April hatte die Bundestagsfraktion der Linken die Bundesregierung in einem Antrag aufgefordert, das Einsammeln weggeworfener Lebensmittel aus Abfallcontainern künftig straffrei zu stellen und einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzulegen. Nach Berechnungen der Universität Stuttgart landen in Deutschland jährlich fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Umweltorganisation WWF geht sogar von jährlich mehr als 18 Millionen Tonnen verschwendeter Lebensmittel aus.

Andere EU-Staaten gehen zum Teil bereits per Gesetz gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor: In Frankreich etwa sind Supermärkte mit einer Fläche von mehr als 400 Quadratmetern seit 2016 per Gesetz verpflichtet, eine Partnerschaft mit einer Hilfsorganisation abzuschließen, die unverkaufte Lebensmittel abnimmt. In Tschechien müssen Supermärkte unverkaufte Lebensmittel an Wohltätigkeitsorganisationen spenden.

Ellen Kranz Reporterin / Reportage-Redaktion
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