HAMBURG/HEMMELTE/GREETSIEL - 18 Prozent des Erdgases stammen aus heimischer Produktion. Der Förderaufwand steige stetig.

Von Jörg Schürmeyer

HAMBURG/HEMMELTE/GREETSIEL - Im Weser-Ems-Gebiet wurde auch 2006 deutschlandweit am meisten Erdgas gefördert. Zwischen Weser und Ems wurden im vergangenen Jahr insgesamt 8,902 Milliarden Kubikmeter Erdgas (Vorjahr: 9,005 Milliarden) produziert, was einem Anteil von 47,89 Prozent (2005: 47,87) entspricht, wie der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) am Donnerstag in Hamburg mitteilte. An zweiter Stelle folgt die Elbe-Weser-Region mit einem Anteil von 43,78 Prozent.

„Auch künftig sind wir optimistisch, was die Förderung in Weser-Ems angeht“, sagte der WEG-Vorsitzende Gernot Kalkoffen. So seien 2007 etwa Explorationsbohrungen, bei denen nach neuen Erdgasvorkommen gesucht wird, in Hemmelte (Kreis Cloppenburg) und Greetsiel (Kreis Aurich) geplant. Im vergangenen Jahr sei man bei Bohrungen bei Wildeshausen (Kreis Oldenburg) fündig geworden.

Ähnlich wie in Weser-Ems sei die Entwicklung auch bundesweit mit geförderten 18,6 Milliarden Kubikmetern Erdgas (Vorjahr: 18,8) nahezu konstant geblieben. Damit habe die heimische Produktion 18 Prozent zum deutschen Erdgasverbrauch beigesteuert. Auch die Erdölförderung, die im wesentlichen aus dem Ölfeld Mittelplate (Schleswig-Holstein) stammt, war mit 3,5 (3,6) Millionen Tonnen fast gleich, was drei Prozent des deutschen Ölverbrauchs entspricht.

Zugleich betonte Kalkoffen, dass die Felder immer schwerer zu erschließen seien: „Ohne erhebliche Anstrengungen der Industrie würde die Förderung aus den bestehenden Feldern lagerstättenbedingt pro Jahr um fünf bis zehn Prozent zurückgehen.“ Nur mit ständigen Innovationen, neuen Technologien und hohen Investitionen sei eine konstante Förderung möglich. Dennoch erwarte er auch für 2007 eine leicht rückläufige Produktion.


Dank der hohen Ölpreise 2006 konnten die Förderer ihren Umsatz um 28 Prozent oder eine Milliarde Euro auf 4,8 Milliarden Euro im Inland steigern. „Dem standen aber auch deutlich höhere Kosten gegenüber“, so Kalkoffen. Der WEG-Vorsitzende kritisierte vor allem die niedersächsische Landesregierung, die zum dritten Mal seit 2003 ihre Förderabgabensätze angehoben habe. Allein 2006 sei die Abgabe um 60 Prozent auf über eine Milliarde Euro gestiegen – ein weit höherer Anstieg als der der Umsätze der Förderer.