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Hamburg muss nicht alles machen

JÜRGEN WESTERHOFF

Frage:

Herr von Wecheln, die Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste hat sich in einem Brief an Bundesverkehrsminister Tiefensee nachdrücklich gegen eine vorzeitige Elbvertiefung ausgesprochen. Warum?

Von Wecheln:

Die bisherigen Ausbauten der Elbe haben gezeigt, dass trotz aller Berechnungen und Prognosen viele unkalkulierbare Prozesse in Gang gesetzt wurden. So hat die biologische Vielfalt deutlich abgenommen. Wo einst über 1000 Fischerfamilien satt wurden, sind nur noch eine Hand voll geblieben. Außerdem nahmen die Gefahren für die Sicherheit der Deiche zu. Deshalb plädieren wir gegen eine vorzeitige Elbvertiefung, auch wenn wir Verständnis für die Hamburger Sicht haben, sich dem wachsenden Schiffsverkehr anzupassen.

Frage:

Gibt es denn erkennbare negative Konsequenzen der Elbvertiefung?

Von Wecheln:

Viele Problempunkte sind klar erkennbar. Dazu gehört die Verarmung der Fischfauna. Außerdem wird die Zunahme des Tidenhubs in Verbindung mit höherem Wellenschlag das Tideröhricht angreifen. Insgesamt gibt es eine lange Liste kritischer Punkte.

Frage:

Was ist denn zu tun?

Von Wecheln:

Die bisherigen Untersuchungen müssen erheblich nachgearbeitet werden, um festzustellen, ob sich ökologische Auswirkungen und Sicherheitsaspekte mit der Entwicklung immer größerer Schiffe vereinbaren lassen. Deshalb ist möglicherweise eine Hafenpolitik mit mehr Aufgabenteilung notwendig. Hamburg muss ja nicht alles machen.

thema: Vorzeitige Elbvertiefung

Hans von Wecheln, Sprecher der

Schutzgemeinschaft Nordseeküste

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