HAMBURG - Die Öl- und Gasförderung in Deutschland ist im vergangenen Jahr trotz der hohen Rohstoffpreise zurückgegangen. Aus den Feldern vorwiegend in Niedersachsen (Anteil von 91 auf 94 Prozent gestiegen) förderten die Energiekonzerne 17 Milliarden Kubikmeter Erdgas, das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) in Hamburg mit. Die Gasförderung lag auf dem niedrigsten Niveau seit 1990.

Die Produktion aus den deutschen Ölfeldern mit Schwerpunkt in Schleswig-Holstein verringerte sich um drei Prozent auf 3,4 Millionen Tonnen. Da gleichzeitig die Erdgaspreise für die Produzenten um zehn Prozent rückläufig waren, verringerte sich der Umsatz der Öl- und Gasförderer in Deutschland um 16 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro.

Ursache für die nachlassende Förderung seien – neben dem milden Winter – schwerer zu erschließende Lagerstätten, höhere Kosten und steigende staatliche Abgaben. „Die Zeiten des leicht zu fördernden Öls und Gases in Deutschland sind vorbei“, sagte der Verbandsvorsitzende Gernot Kalkoffen. Die Industrie habe ihre Aufwendungen für die Erforschung und Entwicklung neuer Felder auf 100 Millionen Euro verdoppelt, doch werde sie längst nicht immer fündig.

Im Ausland seien oft leichter zu findende Öl- und Gasfelder zu erschließen, so dass es einen dauerhaften Trend zu vermehrtem Auslandsengagement in der Branche gebe, etwa in Russland oder Nordafrika. Kalkoffen kritisierte die abermals um einen Prozentpunkt gestiegenen staatlichen Förderabgaben auf Öl und Gas. Insgesamt hat die Branche 2007 knapp eine Milliarde Euro Abgaben geleistet.