Hamburg/Oldenburg - Wirbel unter Norddeutschlands Industrie- und Handelskammern (IHK): Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ will die Handelskammer Hamburg die Zusammenarbeit mit den anderen Kammern im Norden beenden. Das Präsidium habe überraschend beschlossen, Ende 2018 aus der IHK Nord – dem Zusammenschluss zwölf norddeutscher IHKs (darunter Oldenburgische IHK und IHK für Ostfriesland und Papenburg) – auszutreten.
Als Grund für die Entscheidung nannte Tobias Bergmann, Präses der Handelskammer Hamburg, die hohen sechsstelligen Mitgliedskosten und einen im Vergleich dazu geringen Ertrag. „Sollte sich die IHK Nord aber reformieren und zu einer wirklich schlagkräftigen Institution wandeln, wären wir bereit, unsere Austrittsankündigung zurückzuziehen“, sagte er.
Die IHK Nord, die am Montag zur Vollversammlung zusammengekommen war, teilte im Anschluss mit, dass keine Kündigung der Mitgliedschaft seitens der Handelskammer Hamburg vorliege. „Die Zusammenarbeit der norddeutschen Kammern in der IHK Nord hat sich bewährt und wird hinsichtlich der bestehenden und zukünftigen Herausforderungen („Süd-Nord-Gefälle“) immer wichtiger“, sagte Wolfgang Blank, Vorsitzender der IHK Nord.
Umfangreicheren Reformen erteilte Blank eine Absage: „Nach einer erst 2015 abgeschlossenen Strukturreform innerhalb der IHK Nord bringt uns eine neuerliche Grundsatzdebatte nicht weiter.“
Der Vorsitz der IHK Nord geht 2018 turnusmäßig auf die Oldenburgische IHK über.
