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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

E-Mails im Steinhoff-Konzern lassen aufhorchen

01.03.2018

Hamburg /Oldenburg Kaum ein Tag ohne Neuigkeiten rund um den Bilanz-Skandal beim Möbel- und Handelskonzern Steinhoff: Jetzt hat ein Recherche-Verbund von NDR und „Süddeutscher Zeitung“ einen angeblichen E-Mail-Austausch des zurückgetretenen Konzernchef Markus Jooste mit Managern in Norddeutschland ausgewertet. Demnach habe man sich schon 2014 darüber unterhalten, „wie sie die Bilanzen des Konzerns in einem besseren Licht erscheinen lassen könnten“, meldete der NDR. Damit könnte das brenzlige Bilanz-Thema zeitlich noch weiter zurückreichen als bisher gedacht.

Zu den wörtlich aufgeführten Zitaten aus dem angeblichen Jooste-Mailverkehr von 2014 im Austausch mit „Norddeutschland“ gehört demnach etwa dieses: „Wir haben uns entschlossen, in den Büchern eine Wertminderung vorzunehmen, damit es für alle Investoren gut aussieht.“ Oder: Ein ehemaliger Steinhoff-Manager habe Jooste an anderer Stelle erklärt: „Du wirst dich an die Bilanzen erinnern, die wir in den vergangenen Jahren nach oben gedrückt haben.“

So etwas beweist natürlich nichts. Es lässt aber vor dem aktuellen Kontext aufhorchen. Anfang Dezember 2017 waren Bilanz-Unregelmäßigkeiten beim Steinhoff-Konzern – der in Südafrika gesteuert, in Amsterdam registriert und in Frankfurt börsennotiert ist – bekanntgeworden. Jooste musste von Bord gehen. Interne Ermittlungen laufen. Mehrere Bilanzen müssen überarbeitet werden.

In Südafrika liegt das Thema Steinhoff-Bilanzen bei einer Spezial-Polizei vor. In Oldenburg ermittelt bereits seit Ende 2015 die Staatsanwaltschaft wegen möglicher Bilanzfälschung im Dunstkreis der Steinhoff-Europazentrale in Westerstede. Im Raum Ammerland gab es damals auch Durchsuchungen. Es soll um möglicherweise falsche Bewertungen gehen.

Wie ist der Stand? „Die bei der Zentralen Kriminalinspektion Oldenburg eingerichtete Ermittlungsgruppe hat zunächst die bei den durchgeführten Durchsuchungen erlangten umfangreichen Unterlagen- und elektronischen Beweismittel ausgewertet“, berichtete Staatsanwalts-Sprecher Torben Tölle auf Anfrage dieser Zeitung. Die Auswertungen hätten „das Erfordernis weiterer Ermittlungen gezeigt, denen nunmehr nachgegangen wird“. Erschwert würden die Ermittlungen dadurch, „das die umfangreichen Unterlagen zu einem erheblichen Teil in der englischen Sprache abgefasst sind“. Ein Abschluss sei aufgrund des Umfangs des Verfahrens derzeit nicht abzusehen.

Unterdessen gibt es jetzt eine konkrete Zahl zu den Verlusten, die das Euro-System um die Zentralbank EZB mit einer Steinhoff-Anleihe erlitten hat: knapp 70 Millionen Euro. Das gehe aus dem Geschäftsbericht der Bundesbank hervor, meldete die „Börsenzeitung“. Im Rahmen des gigantischen EZB-Anleihekaufprogrammes war auch in das börsennotierte Steinhoff-Papier investiert worden. Der Kurs brach im Zuge des Bilanzskandals ein. Die Notenbank verkaufte mit Verlust.

Bei der Steinhoff-Hauptversammlung am 13. März dürfte es auf Seiten der Aktionäre, die meist sehr viel Geld mit ihren Anteilen verloren, also genug Gesprächsstoff geben – weit über die lange überfällige Jahresbilanz hinaus. Auch Aufsichtsratsposten werden neu besetzt.

Der Ursprung des Unternehmens war in den 60er Jahren in Westerstede. Der einstige Gründer Bruno Steinhoff (80) ist seit Jahren nicht mehr operativ tätig und auch längst nicht mehr größter Aktionär des heute südafrikanischen Konzerns. Er hat aber noch einen Sitz im Aufsichtsrat.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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