Hamburg/Varel - Der Airbus-Konzern will trotz der Gespräche um die Zukunft seiner Tochter Premium Aerotec (PAG) kurzfristig den Verkauf einleiten. Der Verkaufsprozess solle „in den nächsten Wochen beginnen“, teilte Airbus Deutschland am Freitag mit.
Deutlich wird in der Mitteilung auch: Den Airbus-Konzern lässt die vorläufige Absage des österreichischen Investors Michael Tojner im Hinblick auf PAG kalt. Dieser hatte mit seiner Firma Montana einst Interesse an Teilen von PAG bekundet – einschließlich des Vareler Werkes mit Einzelteilfertigung.
Nun hieß es bei Airbus: „Wir begrüßen die Entscheidung von Montana, den Erwerb des Einzelteilgeschäfts von Premium Aerotec nicht weiter zu verfolgen.“ Und weiter: „Wir zielen auf langfristige strategische Investoren ab, die das Einzelteilgeschäft in Deutschland stärken können und den Kundenstamm diversifizieren, Arbeitsplätze sichern und die langfristige Rentabilität des Einzelteilunternehmens gewährleisten würden.“ Man sei „bereits zu dem Schluss gekommen (...) Montana daher nicht in den Verkaufsprozess“ einzubeziehen.
Vor Ort in Varel hatten sich erhebliche Sorgen breit gemacht. Sogar eine Verlagerung von Arbeit nach Vietnam wurde bzw. wird befürchtet.
Airbus will – wie mehrfach berichtet – einen Teil von PAG enger in die eigene Produktion integrieren. Ein andererTeil, mit Einheiten u.a. in Varel und Augsburg – soll veräußert werden. Dagegen gibt es in Varel starken Widerstand.
