HAMBURG/WESER-EMS - HAMBURG/WESER-EMS - Bei gleichbleibendem Ölpreisniveau müssen sich die deutschen Haushalte in diesem Jahr auf noch höhere Erdgaspreise einstellen. Das kündigte der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) gestern in Hamburg an. Die Preiserhöhung vom vergangenen Jahr sei nicht auf die Preisentwicklung des geförderten Erdgases zurückzuführen, sagte WEG-Vorsitzender Gernot Kalkoffen. Der sei im Schnitt des Jahres 2004 sogar leicht rückläufig gewesen. Da müssten bei den Versorgungsunternehmen „andere Faktoren eine Rolle gespielt“ haben, was er aber nicht bewerten wollte. Die EWE z.B. hatte den Gaspreis für ihre Kunden im September um 13,2 Prozent erhöht.
Kritik äußerte Kalkoffen an den Rahmenbedingungen für die Erdöl- und Erdgasförderung in Deutschland. Die Firmen seien 2004 mit 450 Millionen Euro Förderabgaben belastet worden, zehn Prozent mehr als 2003, was allein auf die Politik in Niedersachsen zurückzuführen sei. Außerdem bestehe die Gefahr, dass der Industrie der Zugang zu Lagerstätten in der Nordsee versperrt würde durch die Ausweisung von FFH–Gebieten durch die Regierung.
Die Ol- und Gasförderung in Deutschland ist 2004 gesunken. Die Erdölproduktion sank um 7,5 Prozent auf 3,5 Millionen Tonnen. Die Deckung des deutschen Verbrauchs liegt bei drei Prozent. Öl-Dorado in Deutschland ist Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 60 Prozent. Niedersachsen kommt auf 36,1 Prozent. Hier sinkt die Förderung seit Jahren, weil die Lagerstätten sich erschöpfen. Das Weser-Ems-Gebiet hat einen Anteil von 10,8 Prozent.
Auch die Erdgasproduktion in Deutschland war 2004 rückläufig. Sie sank um 7,5 Prozent auf 19,5 Milliarden Kubikmeter. Hier liegt die Deckung des deutschen Verbrauchs bei rund 19 Prozent. Mit einem Anteil von gut 90 Prozent kommt die Masse des Erdgases aus Niedersachsen. Gut die Hälfte hiervon wiederum entfällt auf das Weser-Ems-Gebiet, der Rest auf das Elbe-Weser-Gebiet.
Kalkoffen betonte, dass man versuchen wolle, die deutsche Förderung konstant zu halten. Dies sei aber nur mit steigendem technischen und finanziellen Aufwand möglich.
