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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Neubauten: Initiative für Marine-Schiffbau gefordert

17.01.2020

Hamburg /Wilhelmshaven /Emden /Lemwerder An einigen deutschen Werft-Standorten wachsen die Sorgen: Nach der Entscheidung über den Bau des Marineschiffs MKS 180 bei einer niederländischen Werft fordert die IG Metall Küste ein Spitzengespräch und eine industriepolitische Initiative der Bundesregierung: Gemeinsam mit den Unternehmen, den Bundesländern und der IG Metall solle die Regierung einen moderierten Prozess zum Erhalt und der Neustrukturierung des Marineschiffbaus in Deutschland starten, heißt es in einem Positionspapier der IG Metall Küste und von Werft-Betriebsräten, das am Donnerstag nach einer Konferenz in Hamburg veröffentlicht wurde. Der IG Metall geht es um alle Werften.

Die MKS 180 soll bei Blohm und Voss, das zur Bremer Lürssen-Gruppe gehört, gebaut werden. Somit profitieren auch deutsche Standorte von diesem größten Marine-Auftrag der Nachkriegsgeschichte. Es geht um mehr als fünf Milliarden Euro.

Entscheidende Arbeitspakete – wie die Grundkonstruktion – dürften aber bei der niederländischen Damen-Werft, die die Ausschreibung gewann, ausgeführt werden. Die Regierung dürfe sich nicht hinter dem Vergaberecht verstecken und eine Branche mit bis zu 15 000 Beschäftigten und Zulieferern ihrem Schicksal überlassen, hieß es.

Der Milliardenauftrag über den Bau der vier MKS-Schiffe war nach einer europaweiten Ausschreibung an die Damen-Gruppe gegangen. Sie will 70 Prozent der Wertschöpfung des Auftrags in Deutschland lassen.

Die IG Metall Küste sieht dennoch einen krassen Widerspruch zu dem vielfach bekundeten politischen Willen, den Überwasserschiffbau als Schlüsseltechnologie in Deutschland zu erhalten und dadurch Arbeitsplätze und Standorte zu sichern.

Neben dem Verzicht auf europaweite Ausschreibungen fordert die IG Metall Küste den Erhalt der Marineschiffbau-Standorte Emden, Hamburg und Kiel und die Einbeziehung von German Naval Yards in den Auftrag. Diese Werft wie auch Thyssenkrupp hätte den Auftrag gut gebrauchen können.

In der Branche fragt man sich:: Welche langfristigen Auswirkungen mag die Vergabe für das Hochtechnologie-Schiff MKS 180 ins Ausland wohl für die künftige Stellung deutscher Kampfschiff-Werften auf dem Weltmarkt haben.

Längst ist deutlich geworden, dass die Vergabe des Auftrages in die Niederlande die deutschen Standorte unterschiedlich tangieren dürfte. Wie sieht es im Nordwesten aus?

Emden: bangen

In Emden entgeht der dortigen Einheit mit rund 200 Beschäftigten von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS/Kiel) ein interessantes potenzielles Auftragsvolumen. Emden war mit den „Nordseewerken“ von Thyssen einst ein bedeutender deutscher Schiffbaustandort, etwa auch für U-Boote und Komponenten für Überwasser-Kampfschiffe. Davon ist wenig übrig.

Wilhelmshaven: Impuls

In Wilhelmshaven sind Zulieferer ansässig, vor allem der Elektronik-Spezialist Thales. Die Stadt dürfte also profitieren. Die dort ansässige Marine bekommt durch die neuen, großen Schiffe deutlich erweiterte Möglichkeiten.

Bremen: Arbeit

Der wichtigste deutsche Partner für den Bau der Mehrzweckkampfschiffe ist die Lürssen-Gruppe, die in Bremen-Nord ansässig ist. Zu ihr gehört auch ein Schiffbau-Standort gegenüber, auf der oldenburgischen Weser-Seite, in Lemwerder. Wie Lürssen die Arbeitspakete genau verteilen wird, ist nicht bekannt.

Der größte Teil dürfte bei der Tochter Blohm + Voss in Hamburg ausgeführt werden. Auch ostdeutsche Standorte hoffen. Schlecht schneidet bei dem Projekt generell Kiel ab.

Rüdiger zu Klampen Redaktionsleitung / Wirtschaftsredaktion
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