Cloppenburg - In den unterschiedlichen Sparten des Cloppenburger Handwerks herrscht eine positive Grundstimmung. Ausgehend von einer guten Situation und Entwicklung im Jahr 2015 erwarten die überwiegend klein- und mittelständischen Handwerksbetriebe der Region eine stabile Konjunktur im ersten Halbjahr 2016.
Insbesondere die Auftragsentwicklung und Kreditbeschaffung werden von den meisten Unternehmen, die sich an der Konjunkturumfrage der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg beteiligt haben, als weitgehend problemlos beurteilt. „Sorgen bereiten hingegen die wieder zunehmende Bürokratiebelastung und die weiterhin schwierige Fachkräftegewinnung“, erläutert Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer. Problematisch sei zudem die weiterhin kontinuierlich abnehmende Zahl von Bewerbern um Ausbildungsplätze in allen Branchen.
Dass viele Ausbildungsplätze dennoch besetzt werden konnten, führt Hoffschroer vor allem darauf zurück, dass viele Ausbildungsbetriebe inzwischen auch Bewerbern mit schlechteren Voraussetzungen eine Chance geben. Die Betriebe nehmen große Anstrengungen vor, um Fachkräftenachwuchs zu gewinnen und diesen im Anschluss an die Ausbildung auch zu halten, hieß es seitens der Kreishandwerkerschaft. Vor allem Praktika im handwerklichen Bereich und Kontakte zu Schulen würden erfolgreich als Rekrutierungsinstrumente eingesetzt.
Auch im Handwerk ist das Thema Flüchtlinge aktuell, denn bisher ist das Potenzial von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt noch nicht voll nutzbar. „Die Qualifizierung und Beschäftigung von Flüchtlingen ist aufgrund der oftmals vorhandenen Unsicherheiten im Hinblick auf den arbeitsrechtlichen Status und die häufig noch problematische Sprachkompetenz bislang nicht flächendeckend als Strategie unserer Mitgliedsunternehmen erkennbar. Gleichwohl ist eine große Bereitschaft bei einer großen Zahl unserer Handwerksbetriebe vorhanden, sich diesem Thema zu nähern“, geht Hoffschroer auf einen weiteren Aspekt der Unternehmensbefragung und eine zentrale gesellschaftliche Frage der Gegenwart ein.
