Oldenburg - Wenn etwas richtig gut werden soll, muss es erstmal richtig schlecht sein. Zugegeben, ganz so schlimm ist es im Polizeigebäude am Friedhofsweg nun nicht, weitreichende Veränderungen aber kündigen sich dort durch drei gelb-grüne Container auf dem Gelände und eine Vielzahl an bunten Klappboxen ebenda an.
Bagger und Lastwagen stehen hier einfach so herum – sie sollen spielerisch im Besuchercontainer die jüngsten Hilfesuchenden beschäftigen, bis ein Beamter sie dort abholt. Das ist nicht weiter schlimm, schließlich schmücken bunter Farn und Zeitungen den Wartebereich. Und das dürfte wohl auch noch einige Monate so der Fall sein. Schätzungsweise ein halbes Jahr benötigen die Handwerker, bis alle drängenden Arbeiten am 35 Jahre alten Gebäude erledigt sind. Im besten Fall.
Nahezu das komplette Erdgeschoss muss renoviert werden – also jener Bereich rund um die Wache, in dem der Verkehr am stärksten scheint. Hier ein bisschen gebundener Asbest und künstliche Mineralfasern, dort fehlende Einbindungen in den 24-Stunden-Heizkreislauf, ein paar drohende Sicherheitsrisiken, ein ausgelasteter Eingangsbereich und nicht zuletzt eine in die Jahre gekommene Lüftungsanlage. Unter anderem. Letztere verlangt bereits seit fünf Jahren nach einer Überarbeitung, der Rest wurde im Jahr 2013 als „Sanierungsbedarf“ vermerkt. Um allerdings Steuergelder zu sparen und Arbeiten zu bündeln, wurden diese bis jetzt aufgeschoben. Aufgehoben wird da jedoch nichts.
Ergo müssen der Einsatz- und Streifendienst auch weichen – in den anliegenden „Bungalow“, eine frühere Hausmeisterwohnung. Das klingt deutlich entspannter, als es tatsächlich ist. Denn der große Stab muss in den hiesigen Zimmern noch enger zusammenrücken als bislang, samt Akten und aller Technik; ein Schreibcontainer wurde vors Haus gestellt, die Umkleideräume liegen zudem in der vierten Etage des Hauptgebäudes. Schön ist anders, einfach auch. Immerhin ist die „volle Arbeitsfähigkeit in der provisorischen Unterbringung gewährleistet“, wie Sprecher Mathias Kutzner sagt. Dafür werden Akten gerade kistenweise umgelagert.
Bernhard Meier zu Farwig, bei der Polizei so genannter „Sicherheitsbeauftragter“, hat die Sanierungsarbeiten im Blick und das künftige In- wie Exterieur im Kopf. Wo jetzt noch freier Raum vor dem Eingang zur Wache ist, soll bald ein langgezogener Vorbau stehen. Schön formuliert: ein Wintergarten. Realistisch betrachtet: ein Windfang mit Glaselementen. Dieser Vor-Flur wird architektonisch zwar nicht wertvoll, dafür aber funktional sein und soll den Empfangsbereich entlasten, auch atmosphärisch. Wie zum Beleg und passend zum Pressetermin mit der NWZ am Dienstagnachmittag zog das Unwetter über die alte Wache und hindurch – mit lautem Geheul, auch mit dem ein oder anderen Regentropfen. Alles neu macht der Mai? Nicht ganz. Der größte Teil des Mobiliars wird trotz seiner jahrzehntelangen 24-Stunden-Abnutzung bleiben. „Solange es intakt ist, gibt es auch nichts Neues“, sagt Kutzner.
