HANNOVER - Osteuropa, Osteuropa, Osteuropa: Viele der 25 Unternehmen aus dem Oldenburger Münsterland, die sich zurzeit auf der Agritechnica in Hannover präsentieren, haben zu allererst Länder im Osten im Visier, wenn es um neue Absatzmärkte geht. Und ihre Bemühungen scheinen nicht erst seit der Messe von Erfolg gekrönt, denn die Stimmung an den „OM“-Ständen auf der weltgrößten Landwirtschaftsausstellung ist bestens.

Am Mittwoch besuchte eine Delegation des Verbundes Oldenburger Münsterland mit Präsident Hans Eveslage (Landrat Cloppenburg) und Vize-Präsident Albert Focke (Landrat Vechta) an der Spitze die Unternehmen. Sie überzeugten sich von deren Leistungsfähigkeit im internationalen Vergleich.

Die Grimme Landmaschinenfabrik aus Damme beispielsweise wurde gleich mit vier Silbermedaillen für neue Produkte ausgezeichnet. Noch schwerer wiegt möglicherweise die Auszeichnung des „Varitron 200/270“ durch die Fachpresse als „Maschine des Jahres“. Der zweireihige Selbstfahrer zeichnet sich unter anderem durch eine schonende Übergabe der geernteten Kartoffeln aus.

„Wir sind die einzigen, die diese Auszeichnung fünfmal in Folge erhalten haben“, freuen sich Christine und Franz Grimme, die ihre riesigen Fahrzeuge und den Rest des 1400 Quadratmeter großen Ausstellungstands mit 17 Lastzügen – teils mit Schwertransport-Begleitung – nach Hannover gebracht haben. 80 Mitarbeiter sind für Grimme auf der Agritechnica tätig.

Grimme schaut nicht nur nach Osteuropa. Kontakte gab es auch mit einer indischen und einer chinesischen Delegation. China habe den weltgrößten Kartoffelmarkt, schauen Grimmes in die nicht mehr ferne Zukunft.


Gut im Geschäft sind auch die Cloppenburger Landmaschinenfabrik Bruns, die sich zurzeit stark im Gebrauchtmaschinengeschäft engagiert und die Rechterfelder Rebo. Rebo zeigt in Hannover den Rebo-Rack, ein John-Deere-Traktor, der für unterschiedlichste Arbeiten mit einfachen Mitteln umrüstbar ist, erläuterte Gesellschafter Walter Bruns.

Vogelsang aus Essen zeigt an zwei Ständen modernste Düngetechnik und Neues zum Thema Bioenergie. Besonders innovativ ist der Double Swing, der eigentlich für die Gülleausbringung konzipiert wurde. Mittlerweile verhandelt Vogelsang mit dem afrikanischen Senegal, der das System möglicherweise für die Bewässerung nutzen will. Gespräche gibt es auch mit Mauritius. Dort könnte das System zur Düngung in der Zucker-Wirtschaft eingesetzt werden, berichten die Seniorchefs Maria Vogelsang-Verhülsdonk und Burkhard Verhülsdonk. Am 24. November ist das System vormittags am Essener Stammsitz beim Informationstag Gülleausbringungstechnik zu bestaunen (Anmeldung unter Tel. 05434/830 oder Fax 05434/ 8310).

Ein weiteres Beispiel für die Tatkraft von Unternehmen aus „OM“ ist Schnieder Anlagenbau aus Lastrup. 1990 hat der Betrieb als Ein-Mann-Schau angefangen. Heute bauen 20 Mitarbeiter Kraftfutterwerke, Biodiesel-, Silo- und Förderanlagen sowie Lagerhallen und vieles mehr. „Wir können uns gut gegen die Großen behaupten“, verrät Reinhard Schnieder ein südoldenburger Erfolgsrezept: „Wir sind schneller, flexibler und können auch günstiger anbieten.“