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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Enercon erhöht Druck auf Politik

05.04.2019

Hannover /Aurich Der Auricher Windkraftanlagenhersteller Enercon beklagt politische Hemmnisse beim Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland und hat am Donnerstag auf der Hannover Messe angekündigt, sich zukünftig noch internationaler aufzustellen. Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig kritisierte vor Messegästen, Journalisten und Kunden, dass es in Deutschland einen hohen „Genehmigungsstau“ gebe und nannte Indien zugleich einen „Zukunftsmarkt“.

„Es kann nicht sein, dass wir uns in Deutschland für jede Windenergieanlage rechtfertigen müssen. Dabei machen wir etwas Positives. Es kann auch nicht sein, dass man Projekte durchklagen muss, um sein Recht zu bekommen“, sagte Kettwig und kündigte an, dass das Unternehmen seinen Druck auf die Politik erhöhen werde. „Wir werden mehr fordern und die Politik in die Pflicht nehmen, denn wir sind auf dem richtigen Weg und dürfen uns nicht länger verstecken“, gab Kettwig sich kämpferisch.

Trotz aller Kritik an den aktuellen Rahmenbedingungen bekannte der Enercon-Chef sich aber auch zum Standort Deutschland. „Für uns ist ganz klar, dass wir in Deutschland bleiben müssen. Zum einen für unsere treuen Kunden, aber wir wollen auch die Früchte des Weges, den wir bereitet haben, ernten. Wenn wir uns jetzt nur noch ins internationale Geschäft bewegen, dann überlassen wir anderen das Feld. Wir werden daher nicht nachlassen, auch in Deutschland deutlich zu investieren, aber auch weiterhin auszubilden und an der Energiewende in Deutschland mitzuwirken“, betonte Kettwig.

Während die Geschäfte für Enercon zuletzt eher schwierig liefen, konnte das ostfriesische Unternehmen für 2017 bei der installierten Leistung immerhin noch insgesamt 3459 Megawatt ausweisen. Damit verfehlte Enercon zwar den Vorjahreswert (3833 Megawatt) sowie das selbstgesteckte Ziel von 3700 Megawatt, erzielte aber dennoch deutlich bessere Werte als im Jahr 2018. Laut Kettwig lag die Zielmarke für das vergangene Jahr bei 3200 Megawatt, erreicht wurden in 2018 aber nur gut 2800 Megawatt.

„Wir können 100 Prozent Erneuerbare Energien“, gab Geschäftsführer Simon-Hermann Wobben, Neffe des Firmengründers Aloys Wobben, sich sportlich, schaltete mit der Feststellung „wir haben die Lösungen für die Energielandschaft der Zukunft“ noch einen Gang runter, machte aber auch deutlich, wo er die Bremser der Entwicklung sieht: „Es gibt hohe Ziele, aber es wird politisch wenig dafür getan, um sie zu erreichen.“ Applaus bekam Wobben für seine Aussage, dass man sich lieber überlegen sollte, warum Jugendliche freitags für den Klimaschutz demonstrieren statt darüber zu diskutieren, ob das nun Schulschwänzen ist oder nicht.

Wobben stellte zudem verschiedene Neuerungen des Energieunternehmens vor und bedauerte, dass es aktuell politische Rahmenbedingungen gebe, „die es uns nahezu unmöglich machen, diese Technologien anzuwenden und umzusetzen“. Verantwortlich für den Genehmigungsstau bei der Realisierung von Windparks machen die Enercon-Chefs Abstandsregelungen, Artenschutz, fehlenden Regionalpläne sowie mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung beziehungsweise Widerstand von Bürgerinitiativen. Außerdem fehle es an Sonderausschreibungen. „Wenn sich gewisse Rahmenbedingungen ändern, werden sich schnell gute und erfolgreiche Geschäftsmodelle ergeben. Dann werden wir wieder die hohe Dynamik an den Tag legen können, die wir in der Vergangenheit hatten“, stellte Wobben klar, wer jetzt am Zuge sei. Gern hätte der Firmenchef diese Botschaft sicher auch dem niedersächsischen Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU/Berne) mit auf den Weg gegeben, doch der hatte seinen Besuch am Enercon-Stand kurzfristig abgesagt.

Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
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