HANNOVER/BERLIN - In Niedersachsen wurden nur etwa 1100 Kräfte angefordert. Zur Verfügung standen aber 5000 Stellensuchende.
Von Rasmus Buchsteiner
und unseren Agenturen
HANNOVER/BERLIN - Deutsche Arbeitslose als Erntehelfer haben sich in Niedersachsen offensichtlich nicht bewährt. Wie ein Sprecher der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Hannover sagte, sind bis Ende Juli lediglich 1113 deutsche Erntehelfer zur Beschäftigung an Landwirte vermittelt worden. In einem Bewerberpool der Arbeitsagenturen befänden sich aber rund 5000 Arbeitslose.Auch aus Sicht der Agrar- Arbeitgeber ist die Erntehelfer-Regelung auf der ganzen Linie gescheitert. Die politische Vorgabe habe den Landwirten einen Millionenschaden verursacht, kritisierte der Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände, Lothar Lampe. Deutsche Langzeitarbeitslose hätten beim Spargel-Stechen oder beim Erdbeer-Pflücken nur einen Bruchteil der Leistung polnischer Erntehelfer gebracht, sagte Lampe.
Streit um die Erntehelfer-Regelung gibt es zwischen Landwirtschafts- und Arbeitsministerium. Agrar-Staatssekretär Gerd Müller (CSU) sagte im Gespräch mit der NWZ : „In der Praxis zeigt sich, dass nicht genügend deutsche Kräfte für die Saisonarbeit zur Verfügung stehen. Wir benötigen eine sofortige Korrektur der bestehenden Erntehelfer-Regelung.“
Dagegen verteidigte Gerd Andres (SPD), Staatssekretär im Arbeitsministerium, die Erntehelfer-Regelung. Im NWZ -Gespräch sagte er: „Von einem Scheitern kann überhaupt keine Rede sein. Es gibt keine Notwendigkeit für grundlegende Änderungen.“
Die Erntehelfer-Regelung besagt, dass jeder landwirtschaftliche Betrieb in diesem Jahr nur 80 Prozent der Zahl ausländischer Erntehelfer von 2005 beschäftigen darf.
