HANNOVER/BREMEN - Der Einzelhandel in Niedersachsen und Bremen lockt seit Montag wieder mit stark reduzierten Preisen. „Der Winterschlussverkauf ist unabdingbar, die Kunden erwarten das. Und für die Händler ist er von großer Bedeutung“, sagte Wolfgang Brakhane vom Bremer Einzelhandelsverband Nordsee.
Winterware werde nicht mehr eingelagert. „Es muss jetzt wirklich alles raus“, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes Niedersachsen, Ullrich Tiemann. Aufgrund der Kälte seit Weihnachten seien die Lager zwar schon einigermaßen geräumt und wesentlich mehr Teile verkauft worden als in vorigen Jahren. „Wenn man aber fündig wird, hat man ein echtes Schnäppchen.“ Eine Auswahl sei vorhanden, aber oft nicht mehr in allen Größen oder in allen Farben, meinte Tiemann.
Die Textilbranche in Niedersachsen geht nach den Worten Tiemanns von einem Winterschluss-Umsatz in Höhe der Vorjahre aus. In den zwei Wochen liege er seit Jahren zwischen 170 und 180 Millionen Euro. „Wir rechnen insgesamt mit einem Jahr, in dem der Einzelhandel mit einem blauen Auge davonkommt“, sagte Brakhane. 2009 habe der Handel „ein kleines Minus“ hinnehmen müssen. Das sei bei der allgemeinen wirtschaftlichen Lage „noch akzeptabel“. „Wenn wir uns auf dem Niveau 2009 halten, sind wir zufrieden.“
Insgesamt habe sich das Einkaufsverhalten der Händler verändert, sagte Brakhane. „Die Lager sind nicht mehr so voll.“ Und alles, was im Lager liegen bleibe, koste Liquidität. Noch nicht verkaufte Saisonware werde teilweise zum Einkaufspreis, Einzelteile sogar darunter, im Schlussverkauf angeboten. Früher sei Ware auch zurück ins Lager genommen worden. Doch bei den heutigen saisonalen Trendfarben werde das nicht mehr gemacht, sagte Tiemann.
Mit Aufhebung der gesetzlichen Vorschriften für Saisonräumungsverkäufe haben sich auch Möbelhäuser, Bau- und Elektronikmärkte Winterschlussverkauf angeschlossen. „Die Unterhaltungselektronik ist eigentlich im permanenten Schlussverkauf“, meinte Tiemann. Mit den anstehenden großen Messen komme auch wieder neue Ware.
