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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

NordLB könnte für Sparkassen teuer werden

31.01.2019

Hannover /Bremen /Oldenburg Im Ringen um die Zukunft der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) rückt eine Entscheidung näher: „Wir sind in einer entscheidenden Phase“, sagte Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers am Mittwoch in Hannover.

Die mehrheitlich dem Land Niedersachsen gehörende Bank braucht wegen fauler Schiffskredite etwa 3,6 Milliarden Euro frisches Geld. Bislang liegt dem Land nur ein Angebot der Finanzinvestoren Centerbridge und Cerberus vor, die aber lediglich eine Kapitalspritze von 550 Millionen Euro in Aussicht stellen – dem Angebot zufolge müsste aber das Land Niedersachsen denselben Betrag zuschießen und Pensionslasten in Milliardenhöhe übernehmen. In Regierungskreisen ist die Begeisterung für die Offerte entsprechend begrenzt.

Ein zweites Angebot wird allerdings bereits am Donnerstag erwartet: Dann will der Sparkassen-Spitzenverband DSGV in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin einen eigenen Lösungsvorschlag diskutieren und wohl auch vorlegen. Insidern zufolge wollen die Sparkassen etwa 1,2 Milliarden Euro in die Bank schießen, die beteiligten Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sollen demnach etwa das Doppelte hinzugeben.

Die Sparkassen sind vor allem aus zwei Gründen am Erhalt ihrer Landesbank interessiert: Erstens würde der sparkasseneigene Rettungsschirm im Fall einer Abwicklung mit Milliarden belastet. Zweitens wollen sie unbedingt verhindern, dass mit der Braunschweigischen Landessparkasse ein Nord/LB-Teil mit dem berühmten Sparkassensignet an einen Investor geht.

In Hannover gibt es viel Sympathien für die öffentlich-rechtliche Sparkassenlösung, zumal diese mittelfristig auch den Weg zu einer Bündelung mit den verbliebenen, finanziell stärkeren Landesbanken im Süden Deutschlands ebnen könnte. Bereits am Freitag stehen Termine mit der Bankenaufsicht an, am Samstag wollen die Träger in Hannover über die beiden Angebote beraten. Die Bankenaufsicht verlangt eine baldige Entscheidung.

Wie immer das Rennen ausgeht, der Nord/LB steht wohl eine weitere drastische Verkleinerung bevor, denn in beiden Modellen soll die Bank am Ende deutlich kleiner sein als in ihrer bisherigen Form mit 5900 Mitarbeitern. Hilbers ließ durchblicken, dass der bereits beschlossene Abbau von mehr als 1000 Stellen nicht ausreichen wird. „Uns geht es darum, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, betonte Hilbers zwar. Doch ein Ministeriumssprecher wollte keine Garantie für die Bank-Standorte Bremen und Oldenburg abgeben.

Möglicherweise macht das Land bereits am Wochenende oder Anfang nächster Woche den Sack zu und entscheidet sich für ein Angebot. Die FDP warnt vor einer weiteren Belastung der Landeskasse und eine „Konservierung des Status Quo“, sagte FDP-Finanzexperte Christian Grascha.

Klaus Wieschemeyer Korrespondent / Redaktion Hannover
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