HANNOVER - In Niedersachsen haben mindestens 32 Patientinnen minderwertige Brustimplantate des Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) erhalten. Die Billig-Silikonkissen wurden den Frauen in vier Einrichtungen im Großraum Hannover eingesetzt. Bei zehn Patientinnen seien die Implantate inzwischen wieder entfernt – aus Gründen, die nichts mit den aktuellen Problemen zu tun haben, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Die anderen Frauen werden über die Gefahren informiert.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte empfiehlt, PIP-Implantate und neuerdings auch Implantate der Firma Rofil entfernen zu lassen. Das Problem könne sich ausweiten. Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) erwartet, dass die Kliniken auch von sich aus Patientinnen informieren.

Der TÜV Rheinland hatte PIP ein Qualitätssiegel für seine Brustimplantate bereits im Frühjahr 2010 entzogen. „Wir wurden von PIP fortgesetzt betrogen, da bei den regelmäßigen Kontrollen den Experten vor Ort stets das eigentlich zugelassene Silikon und die korrekten Dokumente präsentiert wurden“, sagte TÜV-Sprecher Jörg Meyer von Altenschildesche. Die Grünen-Politikerin Ursula Helmhold forderte Özkan auf, sich über eine Bundesratsinitiative für einen verbesserten Schutz der Patienten einzusetzen.