Hannover/Cloppenburg/Vechta - Mit insgesamt 300.000 Euro fördern die niedersächsischen Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt das neue Projekt „Praktikernetzwerk Wirtschaftsdünger – Nährstoffmanagement für Wasserschutz in der Modellregion Oldenburger Münsterland“. Am Dienstag übergab Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast den Förderbescheid in Hannover. Darüber informierte das Ministerium in einer Pressemitteilung am Mittwoch. „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, damit wir unser Grundwasser besser schützen. Um die Nährstoffüberschüsse zu reduzieren, benötigen wir kluge Lösungen. Deshalb bin ich froh über diese gemeinsame Initiative“, betonte Otte-Kinast.
Kooperationspartner des neuen Praktikernetzwerkes sind die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Niedersachsen (ISN) aus Damme, das Agrar- und Ernährungsforum (aef) Oldenburger Münsterland, die Landvolkkreisverbände Cloppenburg und Vechta, der Niedersächsische Geflügelwirtschaftsverband und die Stiftung Gewässerschutz Weser-Ems. Die Förderung läuft bis 2021.
Ziel des „Praktikernetzwerks Wirtschaftsdünger“ ist es, einen Baustein zur Schließung von Lücken überregionaler Nährstoffkreisläufe zu liefern. Im Mittelpunkt steht, die Separations- und Aufbereitungsmöglichkeiten so weiterzuentwickeln, dass Wirtschaftsdünger (besteht aus organischen Substanzen) in marktfähige Nährstoffe umgewandelt werden. Damit könnten diese effektiver als Ersatz für mineralischen Dünger (anorganisch) im Pflanzenbau eingesetzt werden.
Diese Ansätze sollen auf Betrieben in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg geprüft werden. Parallel sollen die Erfahrungen an alle tierhaltenden Betriebe in der Region weitergetragen werden. Die erarbeiteten Lösungen sind dann Beispiele bzw. Blaupausen für alle Betriebe – insbesondere in den Regionen Niedersachsens, in denen hohe Nährstoffüberschüsse zu verzeichnen sind.
Zum Projektstart sagte Umweltminister Olaf Lies: „Wir unterstützen den Netzwerkansatz ausdrücklich, da das Know-how der Praktiker vor Ort genutzt wird. Neben der Reduzierung von Nährstoffüberschüssen muss die Qualitätssicherung der Endprodukte im Vordergrund stehen.“
Für das Agrar- und Ernährungsforum erklärte Vorsitzender Uwe Bartels: „Insbesondere vor dem Hintergrund der bisher noch unzureichenden Lösungsansätze sowie der drohenden Verschärfung der Düngeverordnung sind noch weitere konzentrierte Anstrengungen aller Akteure nötig.“ Die Region Südoldenburg könne einen wesentlichen Erkenntnisgewinn für die Herausforderung „Nährstoffüberschüsse“ liefern.
Heinrich Dierkes, Vorsitzender der ISN, begrüßte die Einbindung der Landwirte: „Wir Landwirte wollen die Lösung der Nährstoffverteilung nicht anderen überlassen, sondern nehmen die Herausforderung selbst in die Hand – ohne das Rad neu erfinden zu wollen. Es geht nicht nur um den Transport von Gülle sondern vielmehr darum, funktionierende Aufbereitungsverfahren für Gülle in den breiten Praxiseinsatz zu bekommen.“
Gemeinsam sollen die Fragen erörtert werden: An welchen Stellschrauben muss gedreht werden? Wie können bürokratische Hürden genommen werden?
