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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

So wird Ökostrom in Gas umgewandelt

17.10.2018

Hannover /Conneforde Die Netzbetreiber Tennet, Gasunie und Thyssengas wollen die Speicherung von erneuerbaren Energien in Gasnetzen vorantreiben. Zur großindustriellen Nutzung der sogenannten Power-to-Gas-Technologie („Strom zu Gas“) wollen sie daher eine 100 Megawatt starke Anlage im Weser-Ems-Gebiet bauen, wie eine Tennet-Sprecherin mitteilte.

Power-to-Gas-Technologie

Bei der sogenannten Power-to-Gas-Technologie („Strom zu Gas“) wird Ökostrom genutzt, um in einem ersten Schritt Wasserstoff zu erzeugen. Das geschieht per Elektrolyse – das Gas wird also aus Wasser und erneuerbarem Strom erzeugt. In Verbindung mit Kohlendioxid kann dann Methan hergestellt werden, das wie Erdgas als künstlicher Kraftstoff dient.

Bei dieser Technik wird Ökostrom genutzt, um Wasserstoff oder Methangas zu erzeugen. Beides lässt sich – anders als Strom – flexibel transportieren und speichern. Damit macht es einen Nachteil der erneuerbaren Energien wett. Denn diese sind wetterabhängig bei der Einspeisung ins Netz und damit nicht immer verfügbar.

Die Pilotanlage soll 2022 mit einem ersten Modul starten, danach soll bis 2028 jedes zweite Jahr ein neues Modul hinzukommen. Einsatzmöglichkeiten sind als Kraftstoff im Verkehr, als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom oder als Grundstoff in der Industrie denkbar.

Als Standorte kommen Diele (Weener, Kreis Leer) sowie Conneforde (Wiefelstede, Kreis Ammerland) in Betracht. Dort gibt es Tennet-Umspannwerke, die vor allem Offshore-Windstrom aus der Nordsee bündeln und weiterverteilen. Mit dem Pilotprojekt wollen die Unternehmen erste Erfahrungen mit derartigen Anlagen im industriellen Maßstab sammeln. Die geplanten Investitionen des jüngsten Projekts lägen im niedrigen dreistelligen Millionen-Bereich, so eine Tennet-Sprecherin. Die Unternehmen seien bereits auf kommunaler Ebene und auf Landesebene in Gesprächen mit den Behörden. Hintergrund sind auch Akzeptanzprobleme in der Öffentlichkeit für einen weiteren Netzausbau – denn Gas könnte über die bestehenden Leitungen transportiert werden. „Wenn wir große Mengen an erneuerbarem Strom speichern können, entlasten wir das Stromnetz“, sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman. „Mehr Speicherung von grünem Strom bedeutet für die Zeit nach 2030 auch weniger zusätzlichen Netzausbau.“

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